Aufruf zur genossenschaftliche» Selbsthilfe.
drucksuntcrnehmungm, wicwohl auch von ^rten „anderwärts" die Redeist. Die Frankfurter sind die Vertreter der Unterstützung des Nachdrucks-vcrtricbs. Die Berliner und BrcSlaucr sind die Vertreter der Nord-deutschen, die sich in den Nachdruckshandel mit hineinziehen lassen (sogarvon Leipzigern würden die Frankfurter unterstützt); die Leipziger sind dieVertreter derjenigen Norddeutschen, deren Interessen der Nachdruck amunmittelbarsten widerspricht. Von Leipzig als dem Brennpunkte der nctto-hnndlcrischcn Entwickclnng sollte die Scnumluug des „rechtschaffenen Teilsder Buchhändler", die Heranziehung der schwankenden Elemente und derKampf gegen den süddeutschen Nachdruck ausgehen. Nicht nur gegen denNachdruck. Neben ihm sprach Reich von der Berechnung verschiedenerPreise und gewissen damit zusammenhängenden Betrügereien. Die ersterewar eine natürliche Reaktion gegen den Barverkehr, wie wir sie schonhundert Jahre vorher auf der Frankfurter Messe zu hohen Preisen gegen-über kennen gelernt haben, und gegen die verschiedene geschäftliche Be-handlung verschiedener Firmen. „Ansehnlichen, tüchtigen" Buchhändlern,die gute Bücher bringen, sagt Reich an anderer Stelle, wird die Chcmgcnicht verweigert, nur den „Sndleru". Zwischen beiden standen dieMittlern Buchhändler, mit denen der Nettohändler allerdings changierte,die aber bei dem numerischen Übergewicht seines Verlags immer einenbeträchtlichen Barsaldo zu erlegen hatten, um so mehr, da Reichs Preisenicht niedrig waren. Sic halfen sich, indem sie ihm in der Changehöhere Preise ansetzten. Mit der gegen die Berechner verschiedener Preisegerichteten Spitze, der Ermahnung zu größerer Zurückhaltung beimKredit, endlich dem Passus: daß zwar verschiedene rechtmäßige Verleger,durch ihr Glück verblendet, oft übermütig würden, ihren Handlungs-vcrwandten unbillige und harte Gesetze auflegten, und daß diese eine Artvon Züchtigung zu verdienen schienen — daß aber trotzdem ein solcher Mannnur durch „schickliche Mittel" von seinen Gewohnheiten abzubringen gesuchtwerden müsse und selbst wenn dies nicht gelinge, solches in keinem Fallezur Ungerechtigkeit des Nachdrucks führen dürfe, wurde das Circularvollends deutlich zu einer Kundgebung des Ncttohandels. Gedachte Reichseilte Absichten bezüglich der Übersetzungen und fremdsprachlichen Nach-drucke auf dem Wege der Gesetzgebung zu erreichen: — das Circularvon der Jubilatemesse 1764 rief zur genossenschaftlichen Selbsthilfe auf.„Wir wollen nicht bei dem abgenutzten Einwurfe steheu bleiben: es wird