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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
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7. Kapitel- Nachdruck und Verlagsrecht.

Einhalt zu thun", ein vcrlagsrcchtlichcr norddeutscher Bund war inVorbereitung.

Aber der Weg, den hier Kursachsen gewiesen hatte, wurde nichtweiter verfolgt; erst ein halbes Jahrhundert spater sollte er in der Thatdie Bahn werden, auf der Deutschland, von Preußen geleitet, den? Zu-stande einheitlich geltender Rcchtsschutzverhältnisse entgegenschritt. Da-gegen setzte die Geschichte jetzt im 18. Jahrhundert noch eine höchst be-zeichnende Krönung auf das Gebäude der Gestaltung der Rechtsschutz-verhältnisse im alten römischen Reiche deutscher Nation: sie läßt sieschließen mit dem ersten Versuche, den Nachdruck durch ein Reichsgesetzniederzuschlagen. Es war der Gedanke, den Preußen ausgesprochen unddessen Aufnahme Kmsachscn abgelehnt hatte.

Die preußischen Minister waren nicht die einzigen, die eine solcheLösung der peinlichen Frage herbeigeführt zu sehen wünschten. Je mehr derNachdruck um sich griff, desto dringender wurde in bnchhändlerischen lindlittcrarischen Kreisen der Wunsch, eine solche an sich ja einzig möglicheErledigung der Frage für ganz Deutschland zu betreiben, besonders seit denachtziger Jahren. Souncufels hatte ihn dem Petitum des Vortrags derStudieukommission vom Jahre 1784 eingefügt; Journale der Mitte derachtziger Jahre spräche» das Verlangen aus, daß die Fürsten von Sachsen,Preußen uud Hannover gemeinsam mit denen von Braunschweig, Hessen ,Gotha, Weimar nud Dessau einen Reichsschluß gegen den Nachdruck be-wirken sollten.^ Im August 1787 schrieb der Vater Theodor Körnersdarüber ausführlich au seinen Freund Göschen in Leipzig und riet dringend,daß sich die Buchhändler der einflußreichsten Höfe dazu versicherten. BonSachsen erwartete Körner nichts. Der Nachdruck sichere Sachsen durchdie Privilegierung (resp. Protokollicrung), die zum Schutze jedes nichtin Sachsen gedruckten Buches nötig sei, eine zu vorteilhafte Einnahme-quelle. Körner setzte seine Hoffnung auf Brandenburg und Hannover .Eine Anzahl von Buchhändlern sollte in einer gemeinsam unterzeichnetenDenkschrift an den Reichstag appellieren; durch die Berliner und Göt-tingcr Buchhändler müßte der Erfolg in Preußen und Hannover vor-bereitet werden.^

Der Anstoß ging indessen unmittelbar weder vom Staate Preußen noch vom Buchhandel aus, sondern von Johann Friedrich Ferdinand Ganz,