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um dergleichen Auswüchse zu fördern. Dasselbe Geldwürde doch ausgegeben, nur zu gelegener Zeit, für denKäufer wie für den Verkäufer richtiger gewählt und ver-teilt. Aber die Theorie von der Nützlichkeit der Verschwen-dung für Handel und Wandel ist den Menschen nicht ausdem Kopf zu bringen, wie so vieles.
Preise dem Kinde die Puppen, wofür es begierig die GroschenHinwirft; wahrlich du bist Kindern und Krämern ein Gott.
Wenn doch einmal auf Eiueu Moment das Schenkenentfesselt werden soll und keiner sich der Sitte entziehenmag, so ist das rein symbolische Schenken das wahre. Inromanischen Ländern schenkt man nicht am Christabend,sondern auf Neujahrstag, und obwohl auch hier die Sitteauszuarten anfängt, bewahrt doch die sinnbildliche Naturder Gabe die Herrschaft. Blumenspenden, Konfekt, Lecker-bissen, Vergängliches, Schönes und Süßes, den Kindernund den Frauen, um dereu Huld geworben wird.
Das Sprüchwort sagt dort: Die kleinen Geschenkeunterhalten die Freundschaft, les xstit« os-äsaux sutrs-tisruikiit Das Wort eaclkg-u bedeutet auch seinem
ursprünglichen Sinn nach nichts anderes als geringfügigeVerzierung. Bis zum sechzehnten Jahrhundert ward eslediglich gebraucht zur Bezeichnung der Arabesken, mitwelchen die Schreiblehrer ihre großen Anfangsbuchstabenauf den Vorlegeblättern verzierten, und der Sinn war dereiner Winduug oder Kette, vom lateinischen (üatsllus, wo-raus im Provenyalischen eaäsl und im Französischen ea-cleaii ^geworden war. Erst im sechzehnten Jahrhundertkommt die Bedeutung von lieblicher futiler Kleinigkeithinzu. ?a,irs dss vac1ss.ux hieß soviel als sich mit nich-tigen Dingen die Zeit vertreiben. Im raariaZs toros vonMokiere heißt es noch: ^'s-ims Iss visitss, Iss cadsanx,