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1 (1898) Studien und Meditationen aus 35 Jahren
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von Spanien hat keine Beine. Ob die Ls-marsi-s, irlg-^ornicht die Strümpfe behalten und die Königin sie schließlichgetragen hat, weiß die Geschichte nicht zu erzählen. Ichvermute es aber. Umgekehrt zu diesen Strümpfen sind inalten Zeiten Handschuhe eines der beliebtesten Geschenke beiKöniginnen und sogar bei Königen gewesen. Namentlichin den Aufzeichnungen des englischen Hofhaltes nimmt dieseBesonderheit einen großen Platz ein. Die ersten Parfü-mierten Handschuhe brachte Edward Vere, Graf von Ox-ford, der Königin Elisabeth aus Italien im fünfzehntenJahre ihrer Regierung mit. Stow, der Chronist, beschreibtsie ausführlich: sie waren bestickt mit vier Rosetten ausbunter Seide, der Parfüm aber, mit dem sie versehenwaren, hieß von da an Lord Oxfords Esfenz. Die Königinfand an diesem Luxus solchen Geschmack, daß sie, die imNehmen sehr stark war, immer von neuem zu solchen Ge-schenken ermunterte. In Nichols ^roZi-sssss vt" Hussv,Lliss-dstk sind von 157778 verzeichnet: zwei Paar vonLady Mary Grey; ein Paar, parfümiert, mit 23 Gold-knöpfchen, von Lady Mary Sidney ; von Petro Lupo, vonJoseph Lupo und von Caesar Caliardo je ein Paar. Auchunter der Königin Maria kehren die Verzeichnisse der ge-schenkten Handschuhe immer wieder. Antonio Perez, dernach der Ermordung Escovedos nach Paris geflüchteteMinister Philipps II., begleitete seine Bettelbriefe anHeinrich IV. mit Geschenken parfümierter Handschuhe.Spanien, nicht Italien , hatte diesen Luxus zuerst ein-geführt, Zuantss 6s xolvillo. In Spanien sagt man stattTrinkgeld und ?ourdoirs auch xs-ra, Zus-vtss, für eiuPaar Handschuhe.

Geschenke hießen ferner in Frankreich die großenSteuern, welche von weltlichen und geistlichen Körper-schaften eingetriebeu wurden; ja sie wurden sogar ausdrück-