Buch schrieb. Dahingegen: Ilisre ^vas riottiiQA vnlZarin vritinZ 3. Ist-tsr. Renan dagegen rühmt sich einmal,daß er auch mit seinen besten Freunden — er nennt denihm seit langen Jahren verbundenen Berthelot — nie einenBrief gewechselt habe. Das soll heißen: wenn Renan docheinmal schreibt, so wäre es ein Raub an der Welt, nichtfür die Welt zu schreiben. Aber am Schluß einer Vorredesagt er auch wieder, sein Ideal wäre, sich vorzustellen, wievielleicht dereinst seine Studien über Religion, in Saffianund Goldschnitt gebunden, zwischen fein behandschuhtenFingern zur Kirche getragen würden. Wer so sein Publi-kum individualisiert, ist nicht weit davon, auch ein ganzpersönliches seiner Ansprache wert zu halten. Er denkt imSchreiben an bestimmte Leser — wer weiß, ob nicht aneine bestimmte Leserin? Ich habe im Leben manchen gutenSchriftsteller gekannt, desfen ungedruckte Briefe an Inhaltund Form das Beste waren, was er je hervorgebracht hatte.Die Persönlichkeit bleibt stets das Mächtigste. Wem es ge-lingt, die seinige auf die Höhe zu bringen, daß sie für dieWelt eine große Bedeutung erlaugt, den wird diese geradein seinen Briefen am liebsten belauschen. Wenn ich michmit Bismarcks Geist versöhnen will, greife ich nach seinenBriefen und vergesse über dem Zauber seiner persönlichenVirtuosität alles, was ich ihm in seinen Thaten vorzu-werfen habe.
So wirken freilich nur Briefe, die mit der vollendetenSubjektivität und der freien Sicherheit des sich unter vierAugen Ergehenden geschrieben sind.
Nichts schrecklicher, bekanntlich, als die sogenanntenschönen Briefe. In ihrem Hintergrunde verbirgt sich derGedanke, daß sie weiter gezeigt werden sollen. Es giebtMenschen, welche ihre schriftstellerische Befriedigung nurdarin suchen, daß sie Briefe schreiben, unter dem stillen