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Der Meister aller Meister, der nicht in Wüsten fliehenmochte, weil nicht alle Blütenträuine reifen, hat, wie über-all, auch hier das Richtige getroffen: „die schlechteste Ge-sellschaft läßt dich fühlen", und: „ich weiß mir keine größerePein, als im Paradies allein zu sein".
Ins anspruchlos Liebliche übersetzt lautet es:
„I^ss krdrs8 pÄrlbnt xsu, äit, 1s don I^kontsing,
vs-ciu'im dois m'insxirs,^'aiws avoir xrss 6s moi(jusiciu'un ä <^ui Is äirs,"
Am besten aber verweilt sich's bei dem anderen, schönen,schlichten, tiefen Goethe-Spruch:
„Die Welt ist so leer, wenn man nur Berge, Flüsseund Städte darin denkt; aber hie und da jemand zu wissen,der mit uns übereinstimmt, in dem wir auch stillschweigendfortleben, das macht uns dieses Erdenrund zu einem be-wohnten Garten."
Auf solchem Bilde sucht der Mensch und findet er Zu-flucht, wenn ihm über dem Schreiben, oder auch vor odernach demselbeu das brutale Wort des brummigen SamuelJohnson in die Ohren klingt: der sei ein rechter Esel,welcher aus anderen Gründen schriftstellere als ums liebeBrot. Eine schöne Entschuldigung bleibt es immer, dassoll garnicht bestritten werden, ein „mildernder Umstand"für viele litterarische Vergehen. Aber gewiß hätten wirnie den Faust bekommen, wenn der alte englische Brumm-bär unbedingt recht hätte.
Und so, mein lieber Freund, bin ich nach mancherIrrfahrt angekommen, wo ich landen wollte — etwas spät,aber was macht das? „Man darf immer seine Wortesuchen, vorausgesetzt, daß man sie finde", sagt Talleyrand .Ich wollte Ihnen nämlich zu Weihnachten erklären, warum