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wenn es unter dem Vortritt eines seine Zeit beherrschen-den Mannes zu Gunsten seiner Standes genossen in derGesetzgebung ausgenützt worden ist, so treibt das natürlichzur Nachahmung an. Das Klagen wird ein Gewerbe undes lernt sich leicht. Es ist ja wahr, die Geschäfte liegenvielfach darnieder, und zwar in der ganzen Welt. Aberist das ein Wunder? Endlich mußte doch die Häufungrasender Thorheit, die seit anderthalb Jahrzehnten derwirtschaftlichen Thätigkeit der Völker alle erdenklichen Steinein den Weg gewälzt hat, ihren Effekt hervorbringen. Undjetzt wundert man sich! Widersinnige Handelspolitik, Ge-werbepolitik, Steuerpolitik, Sozialpolitik und dazu einWüten mit unproduktiven Ausgaben für Land- und See-wehr, welche die Ersparnisse der Völker auffrißt, eine Ver-schwendung von Geld, Zeit und Kraft in gesetzlichen Neue-rungen, so wurde die Kerze au beiden Enden abgebrannt;und man wundert sich, wenn es endlich jeder am eigenenLeibe fühlt. Da wird der Gerechte mit dem Ungerechtengetroffen. Auch das noch relativ vernünftige England muß gerade so mit leiden, wie die anderen. Was inDeutschland den Klagen jetzt einen neuen besonderen Tongegeben hat, ist, daß sie auch aus einer Region ertönen,die sich zu Lobliedern verpflichtet und gestimmt fühlte, solange ihr unfehlbarer Gebieter am Ruder stand. Jetzt, seitbald drei Jahren, gelangen auch seine Verehrer allmählichwieder zu eigenen Empfindungen und Wahrnehmungen, undmit ihren Klagen verbinden sie weiter den Zweck auch einerHuldigung für ihn und eines Tadels für seinen Nachfolger.Gar vieles von den Trauertönen, die sich jetzt in dasWeherufeu der Zeit mischen, kommt von denen her, dieihre Harfen aufgehängt haben an der Saline zu Kissingen oder auf dem Marktplatz zu Jena. O hätten wir dochkeine anderen Schmerzen!