— 51 —
Wasser, zu rechter Zeit angewendet, hätte vor dem Unter-gang durch Wasser bewahrt, Kann'es ein schöneres <zuoäsrg-t, äsmonstrÄnduiQ geben? Und auch die für unsNeuere so interessante Seite, die strafrechtliche, kommt da-bei auf ihre Kosten. Noah war rückfällig, als er sich späterin so bedenklicher Weise besoff, nach der harten Strafe derSintflut, die freilich mehr die andern als ihn, den Haupt-schuldigen, getroffen hatte, wie das seitdem noch öfter inder Welt passiert ist. Wie schwer ist es doch, in diesemKapitel bei der Stange zu bleiben! Und war es nicht ver-zeihlich, daß ein Mann, der ansing über die Gebräuche beimTrinken nachzudenken und der ihren Spuren in seinemchristlichen Zeitalter und Vaterland nachging, auf denselbenGedanken geriet, wie der deutsche Dichter, der Noahs erstesGespräch mit Gott nach verlaufenen Wassern belauscht hat?Aber es giebt bekanntlich neben der heiligen Geschichte auchnoch eine profane. In der Bibel ist unzähligemal vomWein die Rede, bei den Propheten nicht minder. Dazunun das ganze Altertum des Orients und des Occidents,und die ganze Poesie des Weins, und wer Poesie sagt,sagt Liebe — Weib, Wein und Gesang, wer will sie trennen?„Kaum daß ich Bacchus, den göttlichen, habe —". Hierist kein Ende!
Leider hat sich der rsvörsnä Richard Valpy von dieserGefahr nicht abschrecken lassen. Er hat es gemacht wieich, ehe ich sein warnendes Beispiel kennen lernte, er hatvielerlei nachgelesen, was er eben auftreiben konnte überdie Trinksitten vom grauen Altertum bis auf diesen Tag,und darum erzählt er uns zwar auch manches über die derEngländer, aber noch mehr über die aller Zeiten. Wersich aber nicht zur Aufgabe setzt, ein umfassendes Werk dar-über zu schreiben — und das wäre eine gewaltige Auf-gabe — der fange lieber garnicht an; es wird doch nur