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vornehmen Damen ihre Verehrer empfingen, während sieim Bade saßen. Als eines Tages eine berühmte Schön-heit solchermaßen eine Schar von Kavalieren um ihreWanne versammelt sah, ergriff einer ihrer Getreuen einGlas, schöpfte es aus dem Bade voll und trank den Inhaltaus die Gesundheit der Herrin. Ein Anderer der Be-stehenden sagte aber, die Flüssigkeit lasse ihn kalt, was erhaben möchte, sei der Toast, das seste Stück, das drin stecke.Als er Miene machte, hineinzuspringen, um sich den Toastzu holen, hielten ihn die Freunde mit Gewalt zurück. Wasdie Dame selbst zu dem Beginnen gesagt hat, wird nichtberichtet. Von jener Zeit und Anekdote her soll das Wortbesonders in Aufschwung gekommen sein. Eines hat michimmer gewundert, daß noch niemand darauf verfallen ist,das Wort von dem Namen des egyptischen Gottes Tothabzuleiten, welcher als Gott der Beredsamkeit verehrt wurde.Auf seinen Abbildungen wird er als ein Mensch mit demKopf eines sehr langschnabeligen Vogels dargestellt. Übri-gens haben die Engländer neben diesem technischen Aus-druck einen noch älteren für dieselbe Sache, welcher sichebenfalls bis auf die neue Zeit erhalte» hat. Eine Gesund-heit ausbringen heißt auch to xlsdZs a Iisaltd. DasWort pleäAs bedeutet so viel wie verpfänden, gewähr-leisten, und es fehlt natürlich nicht au Kommentaren, welchefür diese Formel eine historische Erläuterung haben, z. B.daß man sich in Faustrechtszeiten mit Leib und Leben fürdie Sicherheit der beim Zutrinken angerufenen Person ver-bürgte.
Obgleich unser Weihnachtsgespräch sich ungewohnter-weise nun schon aufs Neujahr fortgesponnen hat,*) muß ichmir doch versagen, noch tiefer in die vielerlei Bräuche ein-