samtheit der Unterhaltung und Verdauung störend einwirkt.Da, wie in der gesamten Schöpfung, auch unter denRednern es mehr schlechte als gute giebt, so ist die Zu-hörerschaft, obwohl die passive Rolle für sie die bei weitemglücklichere ist, von Pein auch nicht frei. Es gehört zu denelendesten Momenten, wenn bei Tisch ein ungeschickterRedner zu stolpern und zn holpern beginnt. Und nunerst die Mißhandlung, welche die Hauptsache, die Speisung,dabei erfährt, die Gerichte, die durch Warten verderben,der Appetit, der durch lange Unterbrechungen vergeht, dieendlose Länge des Stillsitzens zwischen den zwei nämlichenNachbarn, mit denen sich der Gesprächsstoff, wenn er über-haupt bei solchen Unterbrechungen aufkommen kann, dochschließlich erschöpfen muß, endlich die indiskreten oder ein-fältigen Gesichter der zuhörenden Aufwärter. Ein gräu-licher Unfug ist ferner das Aufstehen nach jedem Toast, umdie am Schluß derselben genannte Person noch mit persön-lichem Anstoßen zu feiern. Das wird ein tumultuarischesUmherlaufen und ein gegenseitiges Begießen mit über-fließenden Gläsern, welches auch den letzten Rest von Kom-fort zerstört.
Da jeden Redner mehr oder weniger der Toast, dener im Leibe hat, inkommodiert, so sucht er ihn möglichstfrüh los zu werden. Die anerkannten Staatsredner habendabei den Vorteil, daß sie ihre Last zuerst abladen unddann in Ruhe essen können. Um ihr Privilegium auszu-nützen, stehen sie meistens auch schon gleich nach der Suppeauf; und hat das Unheil einmal angefangen, dann folgtnatürlich Schlag auf Schlag. Jeder will sobald als möglichauf seinen Lorbeeren ruhend schmausen. Zu den Lasteneines öffentlichen Berufs gehört die manchmal nicht zu um-gehende Notwendigkeit, an einem Zweckessen teilzunehmen.Alle bereits geschilderten Qualen erreichen hier ihren Höhe-