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H.
^< As^I'X S.Da ist's denn wieder, wie die Sterne wollten:Bedingung und Gesetz und aller WilleIst nur ein Wollen, weil wir eben sollten,Und vor dem Willen schweigt die Willkür stille.
Goethe.
Ein Umschwung der allertiefsten und breitesten Wir-kung hat sich im letzten Vierteljahrhundert vollzogen, undam deutlichsten wird er erkennbar eben an der Art, wieanders die Frage an die Zukunft sich jetzt gestaltet. Nichtmehr an den Lebensfaden einzelner Menschen knüpft siean. Die Menschheit lacht der spinnenden Parzen; sie webtnun selbst ihr künftiges Kleid. Wir sind ins Zeitalter derDemokratie eingetreten, nicht der kleinen DemokratienGriechenlands oder Roms, sondern der einen, weltumspannen-den. Von den Schicksalen einzelner hängts nicht mehr ab, nichtmehr von einem König oder Kaiser der Franzosen , undauch nicht mehr von einem Kanzler, sei er einer von Eisenoder aus minder hartem Stoff. Ja unter dem eisernenselbst hat die große Wendung begonnen, und er hat ineigener Person nicht wenig dazu gethan. Unverkennbarhat Deutschland nach dem großen Krieg und Sieg und unterder weltbeherrschenden Fascination seines gewaltigen Staats-mannes den tonangebenden Einfluß auf die Entwicklnug derStaatsidee in der ganzen Welt ausgeübt; und — trotzaller Anstrengung, mit welcher die monarchische Idee jetztbei uns neu vergoldet werden soll, hat es den Ausschlaggegeben für den Marsch hinaus nach der breiten Demo-kratie. Indem Fürst Bismarck in Ausführung seinesProgramms zum allgemeinen Stimmrecht griff, hat er —dem Augenblick dienend, aber den ewigen Gesetzen gehorchend,— die Psorten geöffnet, durch welche die Schicksalsfrage des