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1 (1898) Studien und Meditationen aus 35 Jahren
Entstehung
Seite
109
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in die Geheimnisse der praktischen Finanz einführte. DieHauptkunst für einen Bankier, belehrte er mich nämlich, ist,Nein sagen zu können. Ich glaube sogar, der Spruch ließesich noch auf andere, wenn nicht ans sämtliche Gebietedes praktischen Lebens übertragen. Nun ist es bereits dasueunte Mal, daß ich der Versuchung erliege, meine stillenGedanken auszuplaudern, und ich könnte nicht sagen, daßes mir besonders gut bekommen Ware. Mehr als einmal,wo es mir nicht Paßte, wurde ich schon mündlich oder nochöfter brieflich an etwas erinnert, was ich da früher ge-schrieben habe. Ich Hütte mich so und so über das Brief-schreiben oder über das Schenken geäußert, oder ich sei zwargegen das Vorstellen oder gegen das Toasten, und nunhabe ich doch selbst vorgestellt oder Gott sei's geklagt!nicht selten toastet. Ja, rufe ich dann, Liebster oderLiebste, wenn Sie mich beim Wort nehmen, kann ich über-haupt uicht schreiben. Es ist schon an sich genugsam einebrotlose Kunst; soll man auch noch gar gehalten sein, immervor Augen zu haben, was man einmal hat drucken lassen,dann hole der Teufel das Handwerk. Bor Zeiten sagtemir einmal eine Dame nach jahrelangem freundschaftlichemVerkehr (sie entstammte der alten feinsinnigen Generationdes Faubourg St. Germain):Was Ihnen bei unsererersten Begegnung meine Sympathie verschaffte, das war:ich merkte alsbald, Sie sind nicht auf Ihre Ideen versessen,^js rkrQÄrHUÄis <zus vous ns t-sniss xa,s Ä, vos iclsss."Dies Bekenntnis fand ich sehr schmeichelhaft, und ich habemich bemüht, seiner würdig zu bleiben.

Unter diesem Vorbehalt also, und ohue Verpflichtungfür die Zukunft, fragte ich mich, worüber ich mich wohldiesmal ergehen könne. Man kann doch nicht immer überSilber und Gold schreiben. Die Sache war schon lang-weilig für die meisten, als sie anfing, und nun sie schon