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1 (1898) Studien und Meditationen aus 35 Jahren
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die einer gewissen Notorietät genießen, mögen nicht seltenan den Nekrolog denken, der ihnen einst wird gewidmetwerden! Wie viel schöne Stiftungen verdanken wir vielleichtdieser holden Schwäche! Von Lord Brougham , der einraffinierter Lebemann war, erzählte man, er habe sich ein-mal einige Wochen lang im südlichen Frankreich verstecktund tot sagen lassen, um sich den Genuß der Lektüre seinerNekrologe zu verschaffen.

Sein oder Nichtsein, das ist nicht die Frage, sondernder einzige entscheidende Unterschied. So lange der Menschist, und weil er ist, bleibt seinem Fleisch und Blut dasNichtsein unverständlich. Lomo Ildsr cls nM», rs rninusLvAitat <zng,m äs raorw, der vernünftige Mensch denkt annichts weniger als an den Tod, sagt darum der großePhilosoph und berührt sich darin mit dem in ihrer Leidens-zeit ausgesprochenen Satz der zartsinnigen Madame de LaFayette : o'sst s.8ss2 <zus cl'strs. Gesundes Alter quältsich nicht mit der Frage, wie nahe das Ende sein könnte.Einer der wenig berühmten, aber doch nicht ganz vergessenenDichter des siebenzehnten französischen Jahrhunderts, jenerwahren Blüthezeit des nationalen Ingeniums, Maucroix ,dem Ste. Beuve ein liebevolles Andenken gewidmet hat(besonders im 8. Band der Oaussriss luncli), hat unteranderen einen gereimten Weisheitsspruch hinterlassen, derin seinen einfachen Worten das Richtige über unser Themazusammenfaßt. Maucroix war einer der letzten jener heiteren,feinsinnigen, gutmütigen Generation, als deren Typus unsdergute" Lafontaine erscheint, sein Freund und, wie er,auch ein Freund des schönen Geschlechtes. Wie einstmalsRabelais, der muntere Pfarrer von Meudon , war MaucroixGeistlicher, Kanonikus an der Kathedrale von Rheims , unddas hinderte bekanntlich nicht, ein Freund des schönenGeschlechtes zu sein. Ein anderer seiner Freunde, der aus-