Druckschrift 
1 (1898) Studien und Meditationen aus 35 Jahren
Entstehung
Seite
129
Einzelbild herunterladen
 

129

nur durch oberflächliche Verfälschung etwas deutsch über-tüncht worden sei! Die Mehrzahl der Anhänger dieserdrei verschiedenen Anschauungen stimmen dahin überein,daß die Franzosen am Rhein willkommene Gäste seinwürden.*)

Früher wurde der Deutsche kaum über die Richtigkeitdieser Voraussetzung befragt, heute thut man ihm wenigstensdie Ehre an, ihn um Bestätigung derselben einigermaßenzweifelnd anzugehen. Immerhin bleibt es eine der de-mütigendsten Mahnungen an die Schimpflichkeit unsererheimischen Vergangenheit und Gegenwart, solchen Inter-pellationen Rede stehen zu müssen, und rührten sie auchvon dem Oberflächlichsten und Übermütigsten aller Franzosenher. Aber wenigstens haben wir doch jetzt den Trost,diesen Fragen mit gutem Gewissen einen feierlichen Protestentgegensetzen zu können, wenigstens vermögen wir ohnedie Hilfe eines frommen Betrugs zu versichern, daß derGedanke an einen Abfall von Deutschland in den Rhein-landen heute gänzlich verpönt und unmöglich geworden ist. Ist es immer so gewesen? Sind die französischen Vor-stellungen von der Zuneigung ihrer Grenznachbarn jedeshistorischen Vorwands ledig? Dies ist eine Frage, dieheute vorzunehmen erlaubt ist, heute, da die Spuk-gestalten der undeutschen Gesinnung am Rhein tot und be-graben sind, eingesargt in die Gruft der unverantwortlichen

Die drei obigen Theorieen in einer Person vereinigt, sehe manin dem kürzlich von H. Thsophile Lavallee in der Revue nationals ver-öffentlichten Aufsatzel^ss troutierss naturelles." Die Arbeit schließtmit folgenden Worten:I^s. Revolution äs 1789 üt äs I'iäss äss trau-tierss naturelles uus iäss touts Z^uloiss, oui äsvint eomrus on ss.it ls,xassiou äs Is, touls et la> xsnsvs ns>tioiig,Is." Herr Lavallee ist be-zeichnenderweise Professor der Geschichte an der Militärschule von St. Cyr .Die jungen Offiziere empfangen ihre historischen Ansichten aus seiner Hand.Ludwig Baml>ergcr'S Ges. Schriften. I. n