zur Erholung, in den Kantonierungen auf echt strafbayrisch*)sich mästet; wie unter kläglichen Norwänden auf dem Rück-zug einzelne Häuser niedergebrannt, Weiber und Kindertotgeschossen, Wagen voll unschuldiger mit Ketten beladenerBauern von heroischen Bewaffneten umringt eingebrachtwerden; wie der Kaiser durch Mürzverheißungen die Häupterder Liberalen gewinnt und diese — schwach und geblendet —wiederum ihre Mitbürger zur Niederlegung der Waffen be-schwatzen; wie darauf die „siegreichen" Truppen in derreaktionären Stadt Verviers sich von den vornehmen Damenmit Lorbeerkränzen und wehenden Taschentüchern empfangenlassen, und wie dann schließlich der nach Mainz zurück-kehrende adelige Lieutenant seine Heldenthaten im Wirtshauserzählt und bedauert, daß nicht wütiger gegen die Rebellengehaust worden sei, — das Alles lebt einem beim Nach-lesen so unter den Händen, daß man sich beständig fragt,ob denn nicht doch von 1849 statt von 1791 die Rede sei?
Im starken Bewußtsein dieser Kriegsthat, trunken vonjenem hohlen Übermut, welchen die Aristokratie auf allenWegen, niemals aber so thöricht wie im Angesicht der großenRevolution, entfaltet hat, beschloß der erhabene Potentatvon Mainz , Kriegsherr ganzer dreitausend Mann Soldaten,die französische Nation, welche ihm durch einen außerordent-lichen Gesandten Frieden und Neutralität hatte anbietenlassen, aus freien Stücken anzugreisen, indem er seine Armeeden bereits im Felde stehenden österreichischen Truppen zuHilfe schickte. Der Grund zu diesem herausfordernden Be-nehmen muß aber nicht in etwaiger Lehenstreue gegen denKaiser gesucht werden (denn man kam ja eben erst von derpreußischen Fürstenkoalition gegen das Reichsoberhaupt),