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sondern in der Beeinträchtigung, welche Karl Friedrich ver-möge seiner Eigenschaft als Lehensherr einer Hanau -Lichten-bergischen Landschaft im Elsaß durch die berühmten Dekreteder Nationalversammlung vom 4. August erfahren zu habenglaubte. Leider vergönnt der Umfang dieser Arbeit nicht,alle die charakteristischen Details wiederzugeben von welchenjene Demonstrationen begleitet waren, aber ich kann mirnicht versagen, einzuflechten, daß, während der französischeGesandte oben vom Kurfürsten stolz abgewiesen wurde, untenam Schloß die Emigranten einen Scheereuschleifer postierthatten, der ihre Säbel abzog. Sollte man sagen, daß derGardelieutenant so wenig ein Urgewächs der Mark Branden-burg sei? Bei den ausgelassensten Festgelagen versammelteder Kurfürst die Häupter des französischen Adels, denKaiser Franz II. , den König von Preußen, viele deutscheFürsten nebst dero Gemahlinnen und Kronprinzen zu einemKongreß gegen die französische Nation; und Mainz , welchesim neunten Jahrhundert die falschen Dekretalen in dieWelt gesetzt, im fünfzehnten das Konkordat des BaselerKonzils durch seine Kanzlei zu Gunsten der Päpste gefälscht,im achtzehnten den berüchtigten Bellarmin wieder aufgelegtund im neunzehnten die schwarze Kommission beherbergthat, kaun sich auch rühmen, die Wiege des braunschweigischenManifestes zu sein. Allda schrieb der wackere Herzog indie Welt hinaus^), daß er Paris der Erde gleich machenwerde. Allda aber — das vergaß er dabei, das machtalles gut — hatten auch einige Jahrhunderte srüher dieersten Druckerpresseu gestanden.
Wir können nicht lange verweilen bei den militärischenBorgängen, welche den kurzen Zeitraum zwischen jenen Sa-
*) Das Manifest ist bekanntlich nicht sein eigenes Werk. Es wurdeihm aufgezwungen vom adeligen Gelichter.