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verherrlicht hatte. Die wenigsten der genannten Männerwaren geborene Mainzer. Lux gehörte zu diesen wenigen.Sein Vater trieb Landwirtschaft auf dem rechtsrheinischenDorfe Kostheim bei Mainz . Er selbst hatte allda studiert.Die große Mehrzahl unserer deutschen Jakobiner gehörte zuden vom Kurfürsten aus andern deutschen Landen herbei-gezogenen Universitätslehrern, zu ihren Schülern, denStudenten und zu den Beamten. Die profunde, manmöchte sagen: wissenschaftliche Begeisterung, welche bei derganzen Entpuppung obwaltete, liegt nicht in dem Charakterdes Rheinländers. Er konnte sich mit seiner Beweg-lichkeit und Anstelligkeit rasch in das neue Wesen hinein-finden, auch dafür Feuer fangen, aber es Jahre lang ausder Ferne studieren, verfolgen, theoretisch anbeten, das warseine Sache nicht. Daher dominieren in der ganzen Be-wegung die deutschen Ausländer, dabei sehr viele Nord-deutsche und Protestanten. Der Kern der Bürgerschaft, dieKaufleute, die GeWerke sträubten sich bis zum Ende derersten Okkupation gegen die Französieruug, vertraten denStabilismus; um so begreiflicher, als Innungen und Zunft-bann sie zu Bevorrechteten gemacht hatten, welchen die neueOrdnung zu nahe kam. Die „Gesellschaft der Freunde derFreiheit und Gleichheit " ward nun der Mittelpunkt despolitischen Lebens, welches in jugendlicher Üppigkeit nachallen Seiten hin Blätter, Blüten und auch viel Unkrauttrieb. Beinah täglich Versammlungen im großen Akademie-saale des kurfürstlichen Schlosses. Reden ohne Zahl undohne Ende, meistens im Brutus- und Cassius-Stil derfranzösischen Vorbilder. Selbst Forster, der oft präsidierte,obwohl in seinen Reisen und Briefen so wahr und liebens-würdig, widersteht nicht der schlechten Mode pausbackigerDeklamation und universeller Überschwünglichkeit, nicht bloßim Fluß der Rede, sondern auch in seinen zahlreichen