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vorzutragen." Die Mission wurde den drei AbgeordnetenGeorg Forster, Adam Lux und Kaufmann Patocki auf-getragen. Die Schicksale der beiden erstgenannten sind be-kannt*). Beide liegen in Paris begraben, beide haben denErnst, die Heiligkeit ihrer idealen Überzeugung mit ihremTode besiegelt. Ihr Wesen, erfüllt von deutsch -theoretischer,sauft-gebildeter Freiheitsliebe, ward vom Anblick der eisen-herzigen brutalen Revolution zerschmettert. Ihre Zeugeu-schast reicht aber auch hin, die ganze Episode, deren besten Aus-druck sie darstellen, von dem Verdachte eine? hohlen Possen-spiels zu reinigen. Zahlreiche andere, im Dunkel gebliebeneOpfer haben nicht minder ihr Leben für dieselbe, ehrlichgemeinte, aber falsch angelegte Sache hingegeben.
Dem Mainzer Konvente war kein langes Leben vor-behalten. Die alsbald sich dicht herandrängenden Kriegs-begebenheiten schoben alles andere in den Hintergrund.Am 30. März hielt er seine letzte Sitzung. Cüstine uudseine Generale hatten den Krieg rheinabwärts lau und un-geschickt betrieben. Ende desselben Monats März hattensie nach einem erbärmlichen Widerstandsversuch den Preußendie Nahe-Linie, Bingen und Krenznach überlassen. Preußen,Sachsen und Hessen hatten sich schon bis dicht um Kastel zusammengezogen. Cüstine, ebenso leicht demoralisiert wieübermütig, mehr auf die Erhaltung seiner Verbindung mitFrankreich , als auf die Behauptung des Rheins bedacht,retirierte nach dem Elsaß hin, dem General Doyre denOberfehl von Mainz überlassend. Ein Teil des CüstinescheiiKorps aber konnte den Rückzug nicht durchsetzen, denn erstieß oberhalb Mainz auf den Feind nnd mußte irolsn?vo1sn8 in die Festung zurückkehren, deren Mannschaft da-durch ans ungefähr 22 000 Köpfe gebracht wurde. Im