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Felde. Das Herz der französischen Soldaten öffnet sichzuerst der Menschlichkeit: die Chasseurs bringen Weiberund Kinder auf ihren Pferden, mit ihren Mänteln bedeckt,in die Stadt zurück. Die französischen Nationalgardenselbst, nicht für diesen eintönigen von der Heimat abge-schnittenen Festungskrieg gemacht, verlieren die Spannkraft.Selbstmord wird epidemisch, drei Offiziere erschießen sich ineiner Nacht. Noch einmal — es war das letzte — erhebtdie Republik ihr Haupt in festlichem Aufzug. Es ist der14. Juli; Waffenstillstand. Vor den Wällen feiern diePreußen die Einnahme von Conds, innerhalb der Mauernwird das Jahrgedächtnis des Pariser Bastillestnrms begangen.Auf dem Schloßplatze ist ein Altar der Freiheit errichtet,über welchem der General en Chef einem Neugebornen dierepublikanische Taufe giebt; Reden und Kanonendonner —doch Freude uud Zuversicht sind verraucht; bereits wirdheimlich mit deu Preußen unterhandelt und am 22. desselbenMonats kapituliert. Auch da ist wieder vou Perrat dieRede. Es kommt hier nicht darauf au, die französischeEhre zu retten, aber das allgemeine geschichtliche Wahrheits-interesse rät zu beiläufiger Verwahrung. Erst sollte Eike-maher, später Cüstine, diesmal nach dem einen Doyrs, nachdem andern Merlin, nach dem dritten sollen alle gekauftgewesen seiu. Im Mittelalter sah man bei allem UnglückHexerei, im 16. nnd 17. Jahrhundert überall Vergiftung,in Revvlutioueu sieht mau überall Spionage und Verrat.Sichtbare Widerwärtigkeiten erklärt die Trägheit des Ver-standes am liebsten mit dem schnell fertigen Unsichtbaren.Eins aber fesselt unsere Aufmerksamkeit in den Verhandlungen,welche der Übergabe vorausgehen, in den Ereignissen, welchesich aus ihr entwickeln: das Schicksal nämlich jener Mainzer,die sich rückhaltslos in die republikanische Bewegung ge-worfen hatten und denen jetzt die Znchtrute des restaurierten