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1 (1898) Studien und Meditationen aus 35 Jahren
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betreibt, wie er immer kann, die Rücksendung der Metzerund Ranziger Geiseln, damit auch die Kerker von Erfurt und Königstein sich öffnen möchten. Unterdessen bleiben diegefangenen Klubbisten sowohl, wie die, welche nach Frank-reich entkommen sind, mit der Naivetät ihrer erstenSchwärmerei der Revolution und der Republik zugethan.Ihre Briefe sind rührend zu lesen. Einer fällt an MerlinsSeite im Krieg gegen die Vendver, nachdem er fünfmal inderselben Schlacht an der Spitze seiner Legion angegriffenhat. Er war Vater einer zahlreichen Familie, die in Paris zurückblieb. Sein Familien-Name Riffel ist seitdem inMainz wieder zu besonders katholischem Klang gekommen.Rühmliches Andenken verdient eine Frau Falziola, geboreneMeletta, deren Mann, Sohn, Schwager, deren sämtlicheFreunde in deutschen Kasematten lagen. Sie ruhte undrastete nicht, die Sache der Unglücklichen zu betreiben, baldist sie hinter dem Konvent, bald hinter dem Wohlfahrts-ausschuß, bald hinter Merlin her, und wirklich nicht ohneVerdienst an der schließlichen Erlösung. Dieselbe erfolgtewährend der zweiten Umzingelung von Mainz durch dieFrauzoseu. Noch über fünfzig ehemalige Klubbisten wurdendamals von dem preußischen Befehlshaber an die re-publikanischen Vorposten ausgeliefert. Es geschah dies am9. Februar 1795. Merlin hatte wiederum die Korrespondenzgeführt. Die Befreiten gingen nach Frankreich , die meistenins Elsaß. Nach dem, was sie erlebt und erlitten, war esnicht zu verwundern, daß ihre Wünsche uud ihre Hoffnungenbei Frankreich blieben. Die Wiedereroberuug des linken Rhein -ufers war für ihre Vorstellung die einzig deutbare Be-endigung des Exils, und sie kehrten in der That beinahealle nach dem Frieden von Campo Formio in die Heimatzurück. Jene Anschauung war ihnen um so weniger zuverargen, als selbst den Vorkämpfern deutscher Nation die