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1 (1898) Studien und Meditationen aus 35 Jahren
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großen Teil bevölkert hatten: und bis in das Konsulat hineinwurden aus deu Bewohnern der Rheinlande besonderefränkische Legionen" (I^Zions clss?i'g,n(zs) in den Heerender Republik gebildet. Die Gesamtheit dieser Erscheinungen,obgleich sür die spätere Geschichte ohne praktische Bedeutung,verdient unsere Aufmerksamkeit um des Unterschiedes willen,welchen sie zwischen der republikanischen und der monarchischenPropaganda nachweist. Das Prinzip der Freiheit ist demPrinzip der Nationalität hold, wenn es nicht mit ihmgleichbedeutend ist. Obwohl die Idee der Nationalität alssolche im 18. Jahrhundert entfernt nicht so entwickelt undpopularisiert war wie im gegenwärtigen, so konnte doch daserobernde Frankreich , so lange es selbst Freistaat war, nichtumhin, überall nationale Republiken und nicht Annexionenhervorzurufen, in Italien, wie in Holland, wie am Rhein .War es auch nur Politik unter Vorbehalt, es war doch einTribut an den Grundsatz. Der Monarchismus dagegen,ohne Achtung für die Freiheit, ist auch ohne Achtung fürdie Nationalität. Unter dem Konsulat und dem Kaisertumwerden die Gebiete des linken Rheinufers durch und durchassimiliert. Mainz wird eine französische Präfektur. Dereinförmige Militärdespotismns hat bald verwischt, was vonAnhänglichkeit an die französische Revolution oder an dasdeutsche Reich mochte übrig gewesen sein. Jede mechanischeGewalt hat die Mittel, sich der Masse der Geister zu be-mächtigen, weil sie dazu nur die schlechten Instinkte znhegen und zu pflegen braucht, welche eben so wie die gutenin jedem Bolkscharakter schlummern. Ein Statusauo, welcheran die Seelengröße der Nation appelliert, wird sie großfinden; der sie aber kleinlich wünscht, braucht nur ihren^lrümersinn wachzurufen. Das Kaisertum blendete mitMacht und Pomp, bestach mit den Gewinnsten, welche demBürger aus den Anhäufungen und Durchmärschen der end-