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ihrer französischen Campagnen. Hatten doch von jeher diekleinen deutschen Fürsten mit Stolz unter französischenBannern gedient. Die Namen der zwölf deutschen Re-gimenter, welche unter dem vierzehnten, und der fünfund-zwanzig, welche unter dem fünfzehnten Ludwig in der fran-zösischen Armeeliste figurieren, haben die Erinnerung jenerDienstbarkeit verewigt. Eines derselben hieß sogar aller-eigentlichst: Hssss-Oai-rQsts.llt. Neben ihm gab es: einRegiment ?urstsndsrA, Ro^al ^llsro.a,M, K-o^al Lg.-visrs, Kairo. , I^ÄrnÄrk, Rasss-u, R-o^s-l Osnx-?c>rits,u. s. w.*) Der Soldat, hinter dem kein großes nationalfühlendes Vaterland steht, kann bei der besten Charakter-anlage nichts werden, als ein Landsknecht . Was natür-licher, als daß der Veteran des Rheinbunds lieber in derGloriole seiner Waffenthaten fortlebte, als in dem zer-knirschenden Bewußtsein der Erniedrigung, an der er selbstmitgearbeitet hatte? In dem Maße als die Kaiserzeit derGeschichte anheimfiel, bildete sich das heroische Element ihrerAbenteuer noch legendenhafter aus, und ihre Überbleibselmochten sich nicht den Luxus versagen, sich selbst und denNachgeborenen ein Gegenstand der Verehrung zu werden.Ein förmlicher napoleonischer Kultus wurde in Gestalt ders. g. Veteranenvereine hergestellt. Der Zusatz von historischerEhrwürdigkeit, welcher die Sache etwa bei nachsichtiger Be-schauung hätte retten können, verschwand unter der läppischenSelbstgefälligkeit, welche dem paradeseligen Spießbürgertumund dem ruhmredigen Alter beiwohnt; und vollends un-erträglich war die Naivetät, mit welcher die guten Leutesich in gänzlicher Unwissenheit zu der Rolle verhielten,welche sie als Deutsche unter ihrem großen Kaiser gespielthatten. Wer nur immer durch die verzweifelten Aufgebote
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