oder Menschenwürde in deutschen Bürgerseelen genanntwerden könnte. Mit Spannung blätterten wir in diesemBuche vor allen Dingen gerade nach jenen Kapiteln, welchevon dem Rückschlag der öffentlichen Meinung oder auch nureinzelner markierender Stimmen gegen jene Schamlosigkeitenhandeln mußten. Denn mit Recht erwarteten wir, daß derVerfasser gewiß sich nichts würde haben entgehen lassen vondem, was ja vor allem dem leitenden Gedanken seinesUnternehmens zunächst entsprechen mußte, nämlich von dengelegentlichen Offenbarungen des dem Volk und seinenLebensanschauungen innewohnenden Naturells. Aber mitall seinem treuen Fleiß hat er nichts auftreiben können,was die Ehre der Nation auch uur vou weitem retten,was unser eigenes Bewußtsein, sei es rückwärts von Gerech-tigkeits-, sei es vorwärts von Hoffnungswegen, aufrichtenkönnte. Ja, es kann nicht genug betont werden: Hundert-undvierzig Jahre nach der Hinrichtung Karls I. und eingutes Jahrzehnt vor der Hinrichtung Ludwigs XVI. kouutevom Nordmeer bis zum Bodensee Deutschland der Schau-platz einer zur organischen Staatseinrichtung gewordeuenMenschenverkäuferei geworden sein, deren Gleiches, wie derVerfasser bemerkt, in keiner Geschichte, in keinem Erdteilezu finden ist, wenn man nicht an die afrikanische Küste zumKönig von Dahomeh wandern will, und alles das, ohnedaß es von Fürsten und Völkern anders als mit der sanf-testen Naivetät geübt und ertragen worden wäre. Wollenwir Ausbrüche des Unwillens über den deutschen Sklaven-handel vernehmen, so müssen wir sie im Auslande aufsuchen.Zunächst im englischen Parlament, Ober- und Unterhans,wo natürlich die Gegner des Ministeriums uud des KriegsWider die Kolonien nicht verfehlten, die Mitschuld zu brand-marken, welche die englische Regierung als Hehlerin deslandesvüterlichen Diebstahls auf sich nahm. Es sei hier auf
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