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die im vorliegenden Buche ausführlich wiedergegebenenKammerverhandlungen hingewiesen. Ebendaselbst finden wirden offenen Brief, welchen der nachmals zum Taufpatender großen Revolution gewordene Mirabeau an das Hessen-volk richtete, ^.vis aux Hsssois st g-ntrss ?suz?1ss 6sI'^llsmaZus, vsnäns zzar lsni'8 prüiess ä l'^nZlstsri'S.— (ülsvss Lsrtol, 1777. Endlich eine Reihe von
Pamphleten, welche, vorzugsweise in Holland , unter franzö-sischer und amerikanischer Inspiration entstanden und daraufberechnet waren, mit allen Qualen bittern Spottes dentreuen deutscheu Unterthan aus seiner, jeder Menschenwürdeund jeden Menschenrechtes unbewußten Resignation aufzu-wecken. So unter anderen ein Brief angeblich des GrafenSchaumburg, Prinzen von Hessen-Kassel, welchen derselbevon einer Vergnügungsreise nach Rom aus im Februar 1777an den Befehlshaber seiner nach Amerika verkauften unddaselbst im Felde stehenden Truppen geschrieben haben sollte.Der Brief, welcher lange als echt gegolten und leicht hätteecht sein können, ätzt jedenfalls die Merkmale des ganzenSachverhültnisses mit so scharfen Zügen in die Vorstellungder Mitwelt ein, daß wir uns nicht versagen können, ihnhier einzuschieben. Er lautet:
„Baron Hohendorff! Ich erhielt zu Rom bei meinerRückkunft aus Neapel Ihren Brief vom 27. Dezember vor.Jahres. Ich ersah daraus mit unaussprechlichem Vergnügen,welchen Mut meine Truppen entfalteten, und Sie könnensich meine Freude denken, als ich las, daß von 1950 Hessen ,die im Gefecht waren, nur 300 entflohen. Da wären denngerade 1650 erschlagen, und ich kann nicht genug IhrerKlugheit anempfehlen, eine genaue Liste an meinen Bevoll-mächtigten in London zu senden. Diese Vorsicht würde umso mehr nötig sein, als die dem englischen Minister zuge-sendete Liste aufweist, daß nur 1455 gefallen seien. Auf
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