Druckschrift 
1 (1898) Studien und Meditationen aus 35 Jahren
Entstehung
Seite
197
Einzelbild herunterladen
 

2000 Braunschweiger in die Gefangenschaft. In Folgedessen blieben die deutschen Soldaten länger als fünf Jahrehindurch in harter, entbehrungsvoller Gefangeuschaft. Manhat, sagt Kapp, vielfach den Grund für diese schlechte Be-handlung der Braunschweiger in der englischen Engherzigkeitund Parteilichkeit gesucht. Man thut aber den EngländernUnrecht, denn der eigene Landesherr war es, welcher seineUnterthanen benachteiligte. Als das erste Gerücht von derNiederlage bei Saratoga und der baldigen Zurückkunft der(gemäß anfänglicher Stipulation aus der Gefangenschaftauszuwechselnden) englischen Truppen, also auch der Braun-schweiger, nach Deutschland drang, schrieb nämlich derherzogliche Minister Feronce unterm 23. Dezember 1777an Faucitt:

Wenn man uns hilft, wie man kann und soll, sowerden wir unsere Truppen bald wieder auf den erforder-lichen Etat bringen. Soll es geschehen, und darin werdenSie, General, mit mir übereinstimmen, so dürfen wir unterkeiner Bedingung die armen Teufel von Kapitulanten nachDeutschland zurückkehren lassen. Sie werden natürlich miß-vergnügt sein, und ihre Übertreibungen (sie!) werden eben-so natürlich von jeder ferneren Beteiligung an Ihremamerikanischen Kriege abschrecken. Sie lassen sie besser,wenn sie denn einmal ausgewechselt werden sollen (!) nacheiner Ihrer amerikanischen Inseln oder selbst z. B. nachder Insel Wight bringen" ?c. Und in der Herzensangst obder möglichen Erfolglosigkeit dieser landesväterlichen Für-sorge mußte der Minister zwei Monate später, am 23.Februar 1778, noch einmal an Lord Suffolk, den Vorsitzendendes englischen Kabinets, schreiben:Der Herzog ist zu sehrvon dem Wohlwollen des Königs und der Klugheit seinesMinisteriums überzeugt, als daß er voraussetzte, daß manje daran denken wird, die deutschen Truppen, die bei Saratoga