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1 (1898) Studien und Meditationen aus 35 Jahren
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kapituliert haben, nach Deutschland zu schicken, denn ihreRücksendung würde in ihrem gegenwärtigen zerrütteten Zu-stande die traurigsten Wirkungen hervorrufen und die schmerz-lichste Sensation erregen, uns aber verhindern, unsere dreiRegimenter in Canada ä 600 Mann zu kompletteren";soll heißen: das für unsere herzoglichen Belustigungen un-entbehrliche Geld gegen Überlieferung neuer Schlachtopfereinzukassieren. Aber der angestammte, von Gott eingesetzteund nur auf das Wohl seiner getreuen Unterthanen bedachteKriegsherr war glücklicher, als er zu ahnen gewagt hatte,und es zeigte sich wieder, wie so oft, daß die Vorsehungmit besonderer Vorliebe über gesalbte Häupter wacht. Dennobzwar der Geueral Gates Auswechslung und Rücksendungder Truppen eingeräumt hatte, so verwarf doch der amerika-nische Kongreß die Einhaltung dieser Bedingung, und dieBraunschweiger wanderten in die Kriegsgefangenschaft inwelcher sie, Dank den erwähnten Veranstaltungen, länger undschlechter gehalten wurden, als die in derselben Kapitulationeinbegriffenen Engländer. Man kennt noch bis auf denheutigen Tag kein Beispiel, daß eine deutsche Regierungsich mit solcher Energie und solchem Erfolg ihrer im fernenAusland verweilenden Unterthanen angenommen hätte. Un-gerecht wäre übrigens jedes Erstaunen über die innere Ver-worfenheit jener fürstlichen Denkungsweise, welche nicht bloßin der Natur und dem Rechtsgrund der Hoheit über Landund Leute, sondern vor allen Dingen in der unerschütter-lichen Treue, Duldung und Versunkenheit der Unterthanenihre volle Begründung fand. Warum sollte nicht ein Prinz,der Menschen, wie Schlösser, Geräte oder Viehstand, ererbte,erheiratete, eintauschte, sie auch für bares Geld verkaufendürfen? War doch die Landeshoheit zu einer Zeit, die an-geblich das Ewige hoch über das Irdische stellte, mit derMaxime eingesetzt worden: (ür^ns rsZio sjns rsli^io, und