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über solche Dinge denken, wie man will. Es wird mit un-ermüdlicher Hingebung betrieben und macht durch wahreWohlthaten an Aufsicht und Erziehung den geistigen undsittlichen Schaden wett, welchen ein etwas dunkler undsüßlicher Mystizismus im Geiste ungebildeter Menschen an-zurichten geeignet ist. Diese Nahrung ist keine gesunde,bei Leibe nicht, aber vollständiger Verwahrlosung immerhinvorzuziehen. So lange sich die Gesellschaft nicht entschließenkann, jederzeit und überall über die sittliche Erziehung —d. h. die Schulung der unteren Klassen zu wachen, so langefindet auch die Schulthätigkeit der Priester ihren Rechts-grund in der Saumseligkeit dieser Gesellschaft.
Vor fünf oder sechs Jahren begann der Pastor Bodel-schwingh sich der religiösen Organisierung des deutschenProletariats in Paris — und besonders der armen Hessen —zu widmen. Von St. Marcel führte er eine zweite Kolonienach dem Quartier de La Billette, wo er ein Grundstückerwarb, an der routs ä'^11sro.s,Ans zur Rechten zwischenLa Billette und Belleville gelegen, und gab der neuen An-siedlung den biblischen Namen des „Hügels", weil derBoden dort ein wenig ansteigt. „Der Hügel" ist die Zentral-Niederlassung der Straßenkehrer geworden. Die gegen-wärtig dort bestehenden vier Knaben- und Mädchenschulenund vier Kleinkinderbewahranstalten haben im Jahre 1865dreihundertfünfzig Kindern Aufnahme gewährt. Bei denErwachsenen kommt das Fegehandwerk teilweise ab, schonzieht eine beträchtliche Anzahl vor, in den nahen Zucker-fabriken zu arbeiten. Wenige Jahre nach Gründung desHügels entstand in den Batignolles, in der Gegend derRue d'Orlsans eine dritte Kolonie, die jetzt schon einehübsche kleine Kirche und damit verbunden eine Doppelschulefür die Kinder beider Geschlechter besitzt. Den Unterrichterteilt ein elsässisches Ehepaar. Von den hundertzwanzig
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