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1 (1898) Studien und Meditationen aus 35 Jahren
Entstehung
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Schulkindern stammen fast alle aus Oberhessen. Es ist be-merkenswert, daß die Geistlichen ein monatliches Schulgeldvon zwölf Sons verlangen und allem Anschein nach weisedaran thun. Selbst den Ärmsten schreckt diese kleine Steuernicht ab, die damit rechnet, daß der Bauer den verkauftenUnterricht weit höher achten wird als den geschenkten. Fürsechzig Centimes monatlich findet er denselben billig, denumsonst erteilten würde er geringer achten. Man vergesseaber nicht: die Leute kommen aus einem Lande, wo derElementar-Unterricht seit vierzig Jahren obligatorisch ist;daher können die Eltern alle lesen und schreiben, wissenalso den Segen dieser Errungenschaft zu würdigem Manstellt heute manchmal die Nützlichkeit des Schulzwangeswieder in Frage man lege diesen nur einer einzigenGeneration auf, und er wird überflüssig geworden sein. Istes nicht das allerbeste Argument, das zu Gunsten einerEinrichtung ins Feld geführt werden kann, wenn man be-weist, in wie kurzer Zeit sie das gewünschte Resultat ver-wirklicht?

Die hessischen Straßenkehrer bilden unter größerer odergeringerer Vermischung mit anderen deutschen Arbeitern,hie und da auch mit protestantischen Elsässern, außer dendrei oben genannten noch eine ganze Zahl von Kolonien.Die älteste derselben liegt an der Barrisre de Fontaine-bleau, gerade an der Stelle, wo General Brsa (im Juni1848) getötet worden ist, und reicht mit ihrem Ursprungsogar über die von St. Marcel hinauf. Ihre Bevölkerungbesteht fast ausschließlich aus rheinbayrischen Einwanderern,die in den nahen Steinbrüchen arbeiten und kaum wenigerelend daran sind als die Straßenkehrer. Endlich beherbergtauch noch das Quartier St.-Antoine eine deutsche Be-völkerung, eine zahlreichere sogar als die irgend eines anderenViertels; aber diese Leute leben größtenteils in viel besseren