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wodurch dieses Mißtrauensvotum veranlaßt war, tauchtedamals die Vermutung auf, die eine gewisse Wahrscheinlich-keit für sich beanspruchen kann, die deutsche Diplomatie hättehinter dem Verbot gesteckt, vielleicht ihre Staatsangehörigenvor der Berührung mit einigen demokratischen Namen, diean der Spitze der Liste standen, zu behüten.
V.
Das einzige allgemeine Band für die Deutschen inParis bildet ein Wohlthätigkeitsverein, welcher Bedeutendesleistet. Derselbe unterstützt jährlich an 14 000 Arme aufalle mögliche Weise und verfügt außerdem bereits über dieAnfänge eines Fonds, der zur Errichtung eines Spitalsbestimmt ist, weil sich vor allem das Bedürfnis heraus-gestellt hat, armen alten Leuten eine Zuflucht zu schaffen.Was die gewöhnlichen Krankheiten anbetrifft, so öffnet dasgastliche Paris seine wohlthätigen Anstalten einem jedenohne Unterschied der Nationalität. Nur die Asyle für solche,die an der Krankheit des Alters und der Armut leiden,schließen die Nichtfranzosen aus. Die Wohlthätigkeitsbälle,welche genannter Verein einmal jährlich veranstaltet, bietendem Deutschen zugleich die einzige Gelegenheit, die ganzeelegante Gesellschaft seiner Landsleute auf einem Punktevereinigt anzutreffen.
Natürlicherweise können 40- oder 80 000 Deutsche sichnicht an den musikalischen Unterhaltungen genügen lassen,die für zwei Millionen gewöhnlicher Sterblicher ausreichen.Die Franzosen meinen, die Musik bei sich eingebürgert zuhaben, weil sie schließlich dahin gelangt sind, sich für dieklassischen Konzerte zu begeistern. Ein Deutscher ist nichtzufrieden, wenn er nur stürmisch Beifall klatscht, Bravo,
Ludwig Bambergcr's Ges. Schriften. I.