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1 (1898) Studien und Meditationen aus 35 Jahren
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Brava und Bravi ruft: er muß zum mindesten an einigenFeldzügen einer Gesellschaft für Vokal- oder Instrumental-musik in aktivem Dienst beteiligt sein. Die Anzahl der inParis vorhandenen deutschen philharmonischen Gesellschaftenganz genau anzugeben, wäre eine fast ebenso schwierigeAufgabe, wie die Anzahl der Deutschen selbst festzustellen.Von allen Fachautoritäten, die wir über diesen Punkt be-fragten, erhielten wir die gleiche Antwort:Fünf, sechs,sieben .... aber es müssen noch mehr sein, die ich nichtkenne". Hier wäre nun der richtige Ort, um vom Bier zureden, denn dasLied" läßt sich nicht ganz ohne denSchoppen denken. Doch ist der Schoppen keine deutscheEigentümlichkeit mehr. Schon vor Entlehnung der Land-wehr und des Hinterladers, und ohne daß zu diesem Zweckeirgend eine Kommission zusammengetreten wäre, hat Frank-reich den Bierkultus von seinen Nachbarn herübergenommen.

Die bayrischen Brauereien liefern jahraus jahrein fürden Pariser Konsum eine in ungeheurem Maße zunehmendeMenge^) (ganz abgesehen von der inländischen Produktion),und die Zahl ihrer Agenten hat sich im Lause der letztenJahre verzehnfacht. Dadurch, daß dieses Gebräu allen Laienzugänglich geworden, geschieht doch dem Bestehen einigergeheiligter Stätten, welche die wahren Anbeter eines ortho-doxenboczlc" zu besuchen Pflegen, durchaus kein Abbruch.Wer um Mitternacht in das Cafs du Grand Balcon geht,dem wird ein ausgesprochenes Vorherrschen blonden Haar-wuchses, hie und da auch das Vorhandensein der klassischenPfeife mit dem langen Rohre auffallen, wie sie furchtbare

1866 ist die Einfuhr von bayrischem Bier durch die-lange Herr-schaft der Cholera beeinträchtigt worden. Für dieses Jahr wird dieQuantität des ausschließlich von Bayern her eingeführten Bieres auf26 000 Fässer zu je 67 L. geschätzt. Das übrige Deutschland liefert eben-falls welches^ der größte Teil aber wird im Lande selbst erzeugt.