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zu behandeln haben, die Gründung einer deutschen medi-zinischen Gesellschaft veranlaßt, welche regelmäßige Sitzungenabhält uud darüber wacht, daß jedes der beiden Länderin Bezug auf die wissenschaftlichen Fortschritte des anderenauf dem Laufenden erhalten bleibe. Allwöchentlich werdendort interessante Berichte erstattet; ein nicht weniger inter-essantes Festmahl findet alljährlich statt. Die Berichteund Diskussionen werden deutsch geführt, die Küche fran-zösisch, und ganz gewiß ist in dieser Gesellschaft noch nievom Niedergange des Restaurant „Vachette" die Rede ge-wesen. Seit langer Zeit ist die Augenheilkunde ein Spezial-fach der Deutschen. Nachdem vor mehr als dreißig Jahrendie Beersche Schule zu Wien ins Leben getreten war, führteDr. Sichel die Neuerungen derselben in Paris ein. Alsnun eine neue deutsche Schule sich jüngst daran machte,die alten Überlieferungen umzuarbeiten und das, was bis-her im wesentlichen eine empirische Kunst gewesen, in eineexakte Wissenschaft zu verwandeln, die auf den Fortschrittender modernen Naturkunde fußte: da ward diese neue Schulealsbald in Paris glanzvoll vertreten. Seit Jahren an denArbeiten der Meister beteiligt, welche die neue Augenheil-kunde begründet haben, hat sich Dr. R. Liebreich mit wunder-barer Schnelligkeit zum Range eines der ersten Ärzte vonParis erhoben, und seine durch ihn geschaffene und aus-schließlich durch ihn erhaltene Klinik (rus Wt-Ik-Oosru?)hat die zwiefache Bedeutung einer wohlthätigen und eineröffentlichen Lehranstalt erlangt.
Noch andere sehr verdienstvolle Deutsche, die aus der-selben Schule hervorgegangen sind, so die Drs. Meyer undWeckher, haben es in kurzer Zeit in demselben Fach znhohem Ansehen gebracht und bedeutende Kliniken gegründet.Beiläufig sei hier erwähnt, daß die Homöopathie, diese aus-schließlich deutsche Erfindung, in Paris eine zweite Heimat