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und sogar eine zahlreichere und gläubigere Jüngerschaft ge-funden hat als im eigenen Vaterlande.
Da wir von der Medizin reden, müßten wir vonrechtswegen auch die Theologie ein wenig zu Worte kommenlassen; aber wenn man auf einem Blatte alles sagen muß,so legt die allzeit opferwillige Religion es einem gar zuverlockend nahe, sie mit Stillschweigen zu übergehen. Über-dies haben wir dem Protestantismus bei der Musterungder Straßenkehrer unsere Aufwartung gemacht; wir wollenjetzt bei der Besprechung der Dienstboten dem römischenStuhl unseren Besuch abstatten. Die deutschen katholischenPriester in Paris haben sich das besondere Recht vorbehalten,die Köchinnen und Hausmädchen unter ihren Schutz zunehmen. Es existiert (wiederum in demselben Viertel, inder Umgebung der Nue Lafayette) ein St. Josephskloster,welches den neu ankommenden oder stellenlosen deutschenDienstmädchen zum Absteigequartier dient und den Haus-frauen mit gutem Gewissen empfohlen werden kann. Diesüddeutschen Staaten, welche bei weitem das größte Kon-tingent der deutschen Einwanderung stellen, sind, mit Aus-nahme Württembergs und eines Teils des GroßherzogtumsBaden , vorzugsweise katholisch. Diese Gegenden und be-sonders auch das Moselland, Luxemburg, Trier , sowie dasbadische Oberland, sämtlich Grenzgebiete, senden uns jeneScharen von deutschen Dienstmädchen zu, welche die Schwesternder Rue Lafayette unter ihre Fahne sammeln. Wie alles,was mit der katholischen Organisation zusammenhängt, hatauch diese Sache eine viel realistischere Färbung als dieMission der protestantischen Geistlichen von La Billette.Indeß diese es für angezeigt hielten, ein Werk der Erziehungnnd sittlichen Veredelung im Sektengeist zu gründen, habenjene sich in Gestalt eines Stellenvermittlungsbureaus einMittel geschaffen, treue Jünger zu werben. Allerdings ist