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der Besitzer eines jener großen Gasthöfe am Rhein , seineSöhne in die Fremde schickt, damit sie dort im bescheidenenStande des Kellners ihre Lehrzeit durchmachen. Die deutschenKellner in Paris gehören dem Verbände sämtlicher Kellnerder Hauptstadt an, einer ganz eigenartigen, mit vielerEinsicht organisierten und für ihre Mitglieder höchst wert-vollen Vereinigung, die z. B. durch ihre Stellenvermittlungdie Verschiebung dieser fliegenden, bald hier bald dort be-gehrten Scharen erleichtert und auch das Personal allerRestaurants, Cafss und Bierlokale der Stadt vom Kopfbis zu den Füßen kleidet.
VI.
Außerdem sind noch in vielen anderen BerufsartenDeutsche thätig, die, je nachdem der Zufall sie in die Heimatzurückführt oder dauernd in Paris festhält, eine halb be-wegliche, halb seßhafte Bevölkerung bilden. Allgemein be-kannt ist die Spezialität des deutschen Schneiders ; sowohlim Reich der Hose als auch auf finanziellem Gebiete sinddie Deutschen in Paris mit den berühmtesten Namen ver-treten. Infolge eines Zufalls, der eigentlich keiner ist,haben sich sogar die beiden Klassen vorzugsweise in einemund demselben Stadtteil — dem Quartier Feydean — an-gesiedelt. Wer von der Rue Laffitte und der Chaussse-d'Antin aus nach der Börse geht, den führt sein Weg vomSitz der deutschen hohen Finanzwelt her durch ein Spaliervon Schneidern gleichen Stammes. Der zu Hause arbeitendeSchuhmacher (dottisr sn oliaiiikrk), der Kunsttischler, Stell-macher, Wagenbauer und noch manche andere Handwerkerdeutscher Nationalität sind hauptsächlich im FaubourgSt. Antoine zu finden. Der französische Meister hat dendeutschen Arbeiter gern: er ist fleißig, folgsam und vor