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allem regelmäßig in seiner Arbeit, da er wenig blauenMontag macht; aber in der Geschicklichkeit kann er nichtmit dem französischen Handwerker wetteifern. Wo es daraufankommt, einer Sache den letzten Schliff, das Zierliche zugeben, das den Reiz des artiels cls ?3,riL ausmacht, da ziehtder Meister die Hand des Franzosen vor, selbst in derKunsttischlerei, einem der Fächer, welches die Deutschen imübrigen gepachtet haben.
Wir erwähnten vorher das Finanzwesen. Da das-selbe heutzutage im Vordergrunde des öffentlichen Lebenssteht, so ist auch der Laie hierüber gut unterichtet. Allemschon der Name desjenigen, den man so treffend den Königder Bankiers und den Bankier der Könige genannt hat,würde hinreichen, um daran den Einfluß des deutschenElementes auf das Pariser Handelsleben zu ermessen.Übrigens ist dieser Einfluß nicht etwa nur der Gunst derUmstände in diesem einen Lande zu verdanken: in England ,Holland, Amerika hat sich das Handelsgenie der Deutschenunter viel schwierigeren Verhältnissen einen hervorragendenPlatz zu erobern verstanden. Ehemals hatten sich dieWandervölker den Hirtenstand erwählt, heute stellen sieBankiers, Importeure und Kommissionäre. Die LondonerCity, die Quais von Rotterdam und Amsterdam , die Häfenvon New-Iork, Pernambuco, Schanghai und Jokohama wimmeln von deutschen Firmen. Selbst die unternehmungs-lustigen Engländer siedeln sich doch nur in gewissen Ländernan, die Deutschen aber ziehen überall hin. Weil Paris ohne Seehafen ihnen unzulänglich schien, haben sie einezweite große Kolonie in Havre gegründet. Wer das Namens-verzeichnis der Pariser kg,uw daraus durchgeht, dem drängtsich eine höchst merkwürdige Wahrnehmung auf: dieser Zweigliegt fast ausschließlich in den Händen zweier fremdenNationen, der Schweizer (namentlich der Genfer ) und der