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1 (1898) Studien und Meditationen aus 35 Jahren
Entstehung
Seite
263
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Dank dem langen Arm, welchen die Börse über die Presseausstreckt, finden diese Thorheiten nicht einmal bei unserenJuvenalen die wünschenswerte Behandlung.

Ist nun im großen und ganzen bei all dem nicht zuleuguen, daß Vermehrung des Nationalreichtums unerläßlichist zur Hebuug der allgemeinen Geisteshöhe, so versteht mandoch nur zu gut, wie das an sich günstige Wachstum in Formvon Nebenprodukten allerlei Beunruhigendes und Wider-wärtiges ansetzen mag. Es sind auch nicht bloß die uxxsrtsu ttiou8Äii6, die oberen Zehntausend, welche solchen Stoffliefern. Die Jagd nach Erwerb geht durch die Umständeheutzutage noch öfter aus einer Notwendigkeit, als aus eiuerbloßen Sucht hervor, und muß entgeistigend auf Lebens-kreise wirken, denen zwar nicht der Idealismus der Armutzu wünschen ist, die aber ohne eine Dosis Idealismus desStrebens nicht gedeihen können.

II.

Die hier vorausgeschickten Betrachtungen haben miteinem römischen und griechischen Institut für Altertums-forschung scheinbar wenig zu thun. Und doch wirkten sieals mehr oder weniger bewußte Motive auf die freudigeBereitwilligkeit, welche der Reichstag diesen Anstalten ent-gegentrug. Es klingt ja etwas komisch, wenn ein Rednerzu verstehen giebt: man müsse zehn- oder zwanzigtausendThaler jährlich aussetzen, um die realistische Richtung desZeitalters zu bekämpfen. Aber es ist ein ernster Sinn indem Wort, und gerade die Bescheidenheit der gebotenenMittel hat auch ihren tieferen Grund. Bei einigem Nach-

dem man den C. auch geadelt hat. Mir, erwiderte der Angeredete, machtder meinige schon keinen Spaß mehr, seitdem Sie Baron geworden sind.