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kationen werden buchhändlerisch Vertrieben und sind für dieganze Welt eine der höchstgeschätzten Hülssquellen der Alter-tumsforschung geworden. Nicht minder wichtig aber ist dasInstitut als Mittelpunkt des Lebens und als lebendigerAnhaltspunkt der gelehrten Tradition für die zahlreichenDeutschen, welche solcher Studien halber nach Rom kommen.Je mehr die Wissenschaft sich vertieft, desto mehr ist siegenötigt, in die kleinsten Einzelheiten sich einzugraben,Spezialitäten des Studiums zu schaffen, und in demselbenMaße steigert sich die Forderung, den Zusammenhang zwischenden einzelnen, das geistige Band, zu sichern. Ebenso könnendie Früchte der einzelnen Anstrengungen nur erhalten undvervielfacht werden, wenn auch der Zeit nach das Inein-andergreifen und Fortführen verbürgt ist. Daraus erhellt,wie unentbehrlich und segensreich ein lebendiger ununter-brochen rotierender Mittelpunkt am Hauptsitze dieser Studiensein muß. Das Institut, seine Beamten und seine Bibliotheksind nicht bloß der Herd der Thätigkeit, um welchen sichdie Jünger sammeln, sondern es ist jenes recht eigentlichdie Herberge für — man erlaube den Ausdruck — diewandernden Gesellen des archäologischen Handwerkes. Dasalte baufällige Haus bietet in dem unwirtbaren Schmutznetze,zu dem die Pfaffenherrschaft Rom gemacht hat, unter seinenhohen Dachfirsten den zuwandernden Jüngern, zu denunseren gelehrten Landsleuten zugänglichen bescheidenenMietpreisen, ein Unterkommen, in dem sie zwar keinenKomfort, aber den Blick auf das Forum, die Kaiserpaläste,das Colosseum vor dem Fenster und weiter hinaus denGesichtskreis der ganzen Siebenhügelstadt bis zu dem ma-gischen Hintergrunde der Albaner- und Sabinergebirge vorAugeu haben. Zur Regelung und Befruchtung des wissen-schaftlichen Verkehrs werden während der Wintermonateeinmal wöchentlich Vorträge gehalten, außerdem zwei feier-