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liche Versammlungen, am sogenannten Winckelmannstage(8. Dezember) und am sogenannten Jahrestage der GründungRoms (21. April). Endlich werden noch die Aspirantenund Freunde der Altertumswissenschaft von den angesessenenMeistern des Instituts von Zeit zu Zeit, an Ort und Stelleder öffentlichen Sammlungen, Museen, Galerien und dergl.umhergeführt, und durch unmittelbare Anschauung undAuslegung belehrt. („Periegesis".) Die in Rom leitendenSekretäre sind im Augenblick Professor Dr. Henzen undDr. Helbig, und die Berliner Zentraldirektion wird gebildetvon Curtius, Haupt, Lepsius, Mommsen , Abeken und Hercher.
Alle die unschätzbaren Leistungen, welche teils vondiesem Institut ausgegangen, teils im engsten Zusammen-hang mit demselben möglich geworden sind, haben vonSeiten der preußischen Krone bis jetzt mit der geringenSubvention von etwa 6000 Thalern jährlich sich behelfenmüsseu. Daneben figurierten noch zwei Stipendiaten mit je600 Thalern. Die beiden Sekretäre beziehen (wenn ichnicht irre) das für die jetzigen römischen Geldverhältnisselächerlich ungenügende Gehalt von 1200 und 800 Thalern,die Räume für die Bibliothek, eine Sammlung ganz ein-ziger und unersetzlicher Art, sind, so zu sagen, einsturz-drohend und ganz unfähig, die vorhandenen Werke zu fassen,welche in Kisten auf Speichern und in Kellern einer besserenZukunft harreu. Höreu wir, wie sich Theodor Mommsen über den Stand der Dinge und die Notwendigkeit derBesserung (in einer privatim an den Schreiber dieser Zeilengerichteten Notiz) äußert:
„Die wissenschaftliche Förderung der Archäologie ist inerster Reihe bedingt durch Zusammenfassung des ungeheuernMaterials nach methodisch gesonderten und kritisch gesichtetenGruppen. Die epigraphische Wissenschaft ist zum Leben er-wacht von dem Augenblick an, wo die „Oorxora" ins Leben