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wieder auf den ganzen Organismus schwer zurückwirkenmüßte. Das Institut hat bis jetzt solche Unternehmungenaus den spärlichen und durchaus zufälligen Überschüssenbestreiten müssen, die ihm besonders aus dem Verkauf seinerfrüheren Veröffentlichungen erwuchsen. Die Arbeit selbstzu bezahlen war das Institut nicht in der Lage; wederBrunn noch Matz haben für ihre Mühe einen Groschenempfangen. Selbst die Vorarbeiten umfassend anzugreifen,insbesondere die nötigen Reisen anzuordnen, gestattete derschmale Kassenbestand oft nicht. Dies könnte und sollteanders werden. Da solcher Unternehmungen eine großeAnzahl erforderlich ist, und dieselben füglich und zweckmäßigunter verschiedene Arbeiter verteilt und gleichzeitig durch-geführt werden können, so würden 2000 Thaler jährlichfür diese besonderen Zwecke eine sehr bescheidene Summesein. Dies wird gestatten, nach dem Muster des „Loi-xusInserixtionrun, latins-rum" den einzelnen Redakteurenmäßige Jahresgehalte auszusetzen, und daneben für Reisen,Zeichnen, Stechen die nötigsten Mittel zu gewähren."
Unter der Einwirkung solcher und anderer von ver-schiedenen Seiten ausgegangener Anregungen war es, daßzunächst die mit der Vorberatung des Budgets für dasReichskanzleramt beauftragte Gruppe der Abgeordneten denAntrag einbrachte:
„Den Herrn Reichskanzler aufzufordern, auf die Um-wandlung des archäologischen Instituts zu Rom in eineReichsanstalt mit einer angemessenen Dotierung bei Auf-stellung des Haushaltsetats für 1874 Bedacht zu nehmen."
Muß nach dem Obigen die „angemessene Dotierung"in erster Linie den von Professor Mommsen als demkompetentesten Sachverständigen vorgezeichneten Aufgabenentsprechen, so sind damit, auch nach dessen eigenen An-gaben, die gerechten Ansprüche noch lange nicht befriedigt.