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zeichnet ihr Sinn für die alte Knnst im engeren Sinn undihr geringer Zusammenhang mit den Studien und Ergeb-nissen der einheimischen griechischen Gelehrsamkeit. Über-haupt wird geklagt über Mangel au systematischer und ge-duldiger Beobachtung in fortlausender Pflege, welche fürdie Archäologie mehr leistet als eine Fülle vereinzelterHypothesen nnd Kombinationen. Ein ,.Bulletin, äs 1'soolsirg.u<xa,iss ä'^tlrönss," das die Berichterstattung übernehmensollte, siel daher sehr inhaltlos aus und ging nach kurzerLebensfrist wieder ein. Nnd nicht wenig bezeichnend erscheintes endlich, daß oft nicht alle Stipendien zur Verwendungkamen, weil die meisten der jungen Gelehrten ihre Carrieredurch eine lange Abwesenheit von Paris zu schädigen glaubten!Es bedarf wohl nicht des Nachweises, daß deutscher Wissens-drang und Fleiß im Besitze solcher Hilfsmittel die schönstenLeistungen erzielen würde. Hat doch die einzige auf preu-ßische Kosten unternommene Expedition von Lepsius schonan Ermittlungen und Gegenständen der Sammlung dasSchätzbarste eingebracht; ja sogar eine aus bloßen Privat-mitteln von Bötticher, Curtius und Strack unterstützteExploration hat den merkwürdigen Fund des alten Dionysos -Theaters an der Burg von Athen herbeigeführt. Es istschon oben erwähnt, wie wenig nach der Lage der Dinge inGriechenland der einzelne mit improvisierten Mitteln zufördern im Stand ist. Aber neben dem Mangel eines or-ganisierten Zentrums und Parater Hilfsmittel für die Arbeitender Forscher macht sich hier auch die Abwesenheit jederTradition schmerzlich geltend. Immer muß der neue An-kömmling auf eigene Faust, so zu sagen, von vorn anfangen,und das ist um so unersprießlicher auf einem Boden, welchernicht, wie der von Rom , überall fertige Gruppen tausend-jähriger Sammlungen bietet, sondern erst das Sammelnüber große und nicht leicht zugängliche Strecken verlangt.