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1 (1898) Studien und Meditationen aus 35 Jahren
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Behandlung des Fremdlings mitbestimmend einwirkte.Ro-dlksss odliZö", war im stillen doch der Gedanke des Volkes,welches sich bis ans diese Stnnde für das vornehmste derErde ansieht, und darum sich ein huldvolles Benehmenzur aristokratischen Pflicht macht, gerade wie auch seinadeliger Unwille kein Maß mehr kannte als Deutschland ,das Pack, sich erfrechte mächtiger zu sein, und Europa , dasundankbare, nicht dazwischentrat. So lange der Masse inFrankreich diese adelige Borniertheit nicht ausgetrieben undden Besserwissenden nicht das Courmacheu vor der Bor-niertheit abgewöhnt ist, kann unser einer leider nicht alldas Gute von Frankreich sagen, was trotz allem zn sagenbleibt. Aber das wird uns niemals verleiten, thatsächlicheVerdienste zu verschweigeu. Paris als anziehender Herduud Stapelort, als Ausläufer und Vermittler tausendfacherBeziehungen des Wissens und der Kunst, als Emporiumfür den Austausch der Entdeckungen, ist vorerst von Deutsch-land abgeschniten, und der deutsche Sieger, welcher diesbewirkte, hat schon deshalb die doppelte Verpflichtung hieruach Möglichkeit Ersatz zu schaffen. Was die Schnle vonAthen betrifft, so stellt sich der Ausfall hier einfach in derForm dar, daß die französische Anstalt bis zum Kriege ge-legentlich z. B. für den Besuch ihrer Bibliothek auch Deut-schen offen stand ein Verhältnis, das nunmehr unmög-lich geworden ist.*) Hören wir wie Mommsen sich überdiesen Umschlag ausdrückt, und konstatieren wir nebenbei,

Der Direktor der französischen Malerschule in Rom , Hr. Hebert,ließ einem ihm seit langen Jahren befreundeten, still »nd harmlos seinerKunst lebenden deutschen Maler, der zuweilen in den Sälen dieser Akade-mien logierte, nach der Schlacht bei Sedan durch seinen Bedienten sagen:Es sei doch richtig, daß er ein Schweizer oder Österreicher sei?" Natür-lich, antwortete der Deutsche auf demselben Wege: Hiioä von, er sei ein?russisll! Den Wink verstehend blieb er weg.