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französischen Reisenden beteiligten. Es hat der Plan be-standen, dem Institut neben der preußischen eine französischeSubvention zuzuwenden und dasselbe dadurch unter fran-zösische Mitherrschaft zu bringen — ein Plan, dem selbst-verständlich die Vertreter des Instituts entgegenwirkten undder darum unausgesprochen blieb, aber der nichtsdestowenigerfür die Sachlage bezeichnend ist.
„Jetzt liegen die Dinge anders.
„Einige der besten und am höchsten stehenden Pariser Gelehrten führen die Beziehungen mit Deutschland undinsbesondere mit dem Institut fort; dasselbe gilt von denmeisten Gelehrten der französischen Provinz, die aber wenigin Betracht kommen. Dagegen hat die überwiegende Mehr-zahl der Pariser , namentlich aller jüngeren Gelehrten, sichfaktisch vom archäologischen Institut zurückgezogen. Werdie Verbindungen unterhält, thut es im Gegensatz zu deröffentlichen Meinung des Landes und ohne Freudigkeit; esfordert dies sittlichen Mut und Geistesfreiheit, und beidesind in Frankreich sparsam verteilt. Die gelehrten Reisennach Frankreich sind plötzlich unterbrochen; die Förderung,deren besonders zuerst der Fremdling bedarf und die ersonst so reichlich fand, hat sich in das Gegenteil umge-wandelt. Bei jeder numismatischen, epigraphischen, archäo-logischen, ja philologischen Arbeit mangelt dasjenige Material,das die Pariser Museen und Bibliotheken enthalten; selbsteinzelne Notizen von dorther zu beschaffen kostet Mühe,und ist oft vergeblich.
„Manches von diesem Umschlag der Dinge ist unab-änderlich und muß ertragen werden. Aber sehr viel wäregewonnen, wenn das künftige deutsche Institut zu Rom inden Stand gesetzt würde, einen festen Agenten in Paris anzustellen und die früher vorhandene sogenannte französischeSektion in geänderter Form wieder ins Leben zu rufen.