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1 (1898) Studien und Meditationen aus 35 Jahren
Entstehung
Seite
288
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ersten Lesen auseinander fiele, während die französischeWare in der für leichte Lektüre so viel angemessenerenbroschierten" Form einem langen Gebrauch widersteht.Schließlich kommt die viel geringere Verbreitung unsererSprache dazu. Genug, in der umfassenden Weise wie dieFranzosen werden wir entfernt niemals uns der Geisterbemächtigen, gewiß nicht unter den romanischen Völkern.Auch werden wir sie niemals kleiden, frisieren, regalieren,amüsieren.

Es bleiben uns nur die ernsteren Seiten des Lebensund bevorzugte Kreise. Aber dieseu etwas vou unseremDenken und Fühlen beizubringen zur Herstellung geistigerund damit auch kordialer Verbindung, das wäre in derThat kein Luxus. Wären die Vorteile, die aus solchenSympathien erwachsen, auch minder handgreiflicher Art,als sie es in Wirklichkeit sind, so würden derartig veredelteBeziehungen zu andern Völkern schon vom ästhetischen undrein meuschlichen Standpunkt aus eine Erhöhung deS natio-nalen Lebensgenusses bedeuten und das Glück unseresLandes bereichern. Die Leute, welche das Oäsriirt clnru,uisws.nr> auf ihren Hut stecken möchten, sind wohl auch inder preußischen Armee auf den Aussterbe-Etat gestellt, unddieser Sorte war übrigens das Verhaßtsein ein Genuß,selbst zu Zeiten, als niemand sie fürchtete. Mit den höherenStudien, auf welche in der Ausbildung unserer Offiziereein so eminentes Gewicht gelegt wird, und welche ausunserem Generalstab in der That eine gelehrte Körperschaftersten Grades geschaffen haben, wächst von selbst das hu-mane Bedürfnis, zur übrigen Welt in wechselseitigen Be-ziehungen des Denkens, Lebens und Wohlwollens zu stehen.Von der andern Seite wirken nicht minder die kriegerischenErfolge drastisch für die Verbreitung unserer Sprache undLitteratur im Ausland. Es ist erstaunlich, wie seit 1806,