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gierung von Leuten ausüben zu lassen, die auf dem Stand-punkte stehen, daß die Politik den Charakter verdirbt! Illsis t-Irs Löntur/ nk'vv iuvsritions kor l^illinA lzocUss
kor 8g.vüiA souls! Unsere Großmütter erzählten, dieRotmäntel hätten 1813 gesagt: „Lasset Euch nur den Halsabschneiden, Ihr werdet sehen, es thut nicht weh!"
Ist es Berechnung oder nur Instinkt, wenn herrsch-süchtige Politik der Gemeinheit in der Entfesselung derParteikämpfe Vorschub leistet? Haben der Pöre Duchesueund seinesgleichen täglich so viel wie möglich LonsLouZrss und ähnliche Kraftausdrücke in den Mund ge-nommen, um die anständigen Leute durch Ekel aus derPolitik zu verscheuchen, und wirkt ein ähnliches Motiv inder demagogischen Presse, von welcher die Aristokratie unsererTage sich bedienen läßt?
Die Politik verdirbt den Charakter, wie alles, wennes danach getrieben wird. Wie haben Religion, Gelehr-samkeit, Kunst die Gabe, den Charakter zu verderben, wennsie mit schlechten Neigungen verquickt werden! Wie habentheologische Streitigkeiten vormals das Leben in Deutsch-land vergiftet! Und müßte man heute nicht mit noch mehrRecht als von der Politik von der Kirche sagen, daß sieden Charakter verdirbt?
Aber da es keine Flucht giebt aus den Sorgen, welchedas Leben beherrschen, ohne daß dabei das Leben selbstaufs Spiel gesetzt wird, so muß man dem, was verderblichan diesen Sorgen ist, auf andere Weise beizukommen suchenals durch die Flucht. Die, welchen an der Güte ihresCharakters etwas gelegen ist, die, welche an ihr noch etwaszu verlieren haben, müssen genau das Gegenteil thun vondem, was man ihnen rät. Sie müssen durch ihre Ein-mischung den Teil des Lebens zu veredeln trachten, welchenman ihnen verekeln möchte. Keine Frage! Eine gewisse