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sehr guten Charakters sein, um nicht, wie Hermanns Vater,übler Laune aus dem Gemeinderat, geschweige denn auseiner Kammerdebatte zu kommen, namentlich wenn mandas Handwerk schlecht versteht und sich am Ende doch ge-stehen muß, daß mau da in etwas hineingepfuscht hat,das man nicht gelernt hat. Alle Pfuscherei aber macht un-zufrieden. Ich für mein Teil, und ich gehöre doch auchzum großen Mittelstande, den man vor der Politik warnt,habe immer gefunden, daß schon eine politische Diskussionin abstracto mir böses Blut machte, und habe sie immerbereut, was mir nie mit einer literarischen oder künstlerischenDiskussion passiert ist. Was wäre es erst gewesen miteiner Diskussion, welche die Wirklichkeit beeinflußt und be-stimmte Interessen schädigt oder fördert?
Wenn Sie damit einverstanden sind, wünsche ich, daßdieser Brief unter meinem Namen in den „Freien Stunden"veröffentlicht werde. Nur dürfen die Freunde nicht ausdiesem ärmlichen Hälmchen schließen, die Brache wäre ausfür mich. Das ist leider nicht der Fall.*) Die Ärzte wollenmich noch immer „ruhen" lassen und, da ich kein Demokratbin, verstehe ich zu gehorchen, auch wo ich die Befehle nichtbegreife oder gar mißbillige.
Ihr treuer