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1 (1898) Studien und Meditationen aus 35 Jahren
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Druckerschwärze zu den Vernunftgrüuden des Schießpulversgekommen seiu.

Noch immer Hort man hie und da von klugthuendenAusländern die alte Mähr von der preußischenMilitär-partei" vorbringen, welche mit aller Gewalt zum Völker-schlachten dränge. Wie wenig stimmt das mit der Wahr-heit! In demselben Atem, mit dem diese hohen Politikerdie Greuel der preußischen Militärpartei enthüllen, Pflegensie uns auch den Vorwurf an den Kopf zn werfen, diefünfnndvierzig Millionen Deutsche seien lauter arme Knechteunter Bismarcks Alleinherrschaft. Selbst die letztere Be-hauptung ist nicht so wahr, wie es scheint, aber sie ist wahrgenug, um sagen zu können: was würde eine Militärparteibedeuten, die nicht mit Bismarck identisch wäre? Und dochgiebt es vielleicht in ganz Preußen keinen Menschen, derweniger Militärpartei wäre, als er, trotz der Uniform, inwelcher er einhergeht. Wäre sein Sinn so groß für dasBedürfnis des inneren wie für das Bedürfnis des äußerenLandfriedens,wie lieb folltst du mir sein"! Auch inFrankreich hat es bei Ausbruch des Krieges keine Militär-partei in jenem gemeingefährlichen Sinne gegeben. Weiber,Intriganten und Journalisten haben den Krieg gegenDeutschland angeblasen, zu dem Napoleon selbst nicht hin-neigte. Die Wahrheit ist, daß in der Regel hier wie dortdie Häupter des Militärwesens den Krieg weder wünschen,noch Ursache haben, ihn zu wünschen. Vielen gut dotiertenStellen und allem, was dazu an Armatur gehört, mögensie dies- wie jenseits hold sein; aber gerade die Inhaberder hohen Chargen haben vom Krieg mehr zu fürchten, alszu hoffen. Fähnriche und Lieutenants, welche, um znavancieren, einen Feldzug ersehnen und deshalb stets prophe-zeien, daß es nächstens losgehen wird, giebt es überall,aber glücklicherweise haben die Lieutenants und die Fähn-