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geworden. Wenn Gsrard de Nerval in seiner noch gutenZeit eine Erholungsreise macheu wollte, so mochte er sichnicht erst lauge den Kopf über den einzuschlagenden Wegzerbrechen. Er ging an den Schalter des Bahnhofs, griffin seine Hosentasche, langte eine Handvoll Münzen herausuud legte diese dem Beamten aufs Zählbrett mit den Worten:„Geben Sie mir für mein Geld, vorms^-moi xonr rnonarZkut". In Paris giebt es fünf große Bahnhöfe, derenLinien nach den Hauptregionen in die verschiedenen Welt-gegenden ausstrahlen. So konnte unser lustiger Patronnoch immer sicher seiu, daß er je nach dem Bahnhof ineine Gegend des Nordens oder Südeus, Ostens oder Westensgelangen werde. Verlege man ihn aber mit seiner Launein den Zentralbahnhof der Friedrichstraße, so würde dieMethode noch viel abenteuerlicher. Nun scheint mir, daßder liebens- und bewundernswürdige Oberbürgermeister vonFrankfurt , der den oben erwähnten Toast ausbrachte, dendeutschen Wählern und Gewühlten einen Rat erteilt, welcherdazu angethan wäre, sie stark auf die Fährte des genialenFranzosen zu verlocken.
Zur Zeit als Herr Windthorst noch das Zentrum re-gierte, Pflegte er, wenn die Reichsregieruug mit einemneuen Ansinnen hervortrat, den Schwerpunkt seiner Gegen-rede in den Ausspruch zu legen, daß er erst wissen möchte:wohin die Reise geht. Mit diesem Programm, welches un-gefähr das Gegenteil sagt, wie das neueste Motto des HerrnMiquel, hat Herr Windthorst über ein Jahrzehnt lang seinegroßen parlamentarischen Schlachten geschlagen und in einemlangen, zähen Feldzug den Kanzler mitsamt seinem treuestenAnhang besiegt.
Allerdings diese schönen Zeiten sind auch für Windt-horst vorüber. Nachdem er den Kanzler im Kampf umRom überwunden, hat auch er den Wechsel des Kriegsglücks