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1 (1898) Studien und Meditationen aus 35 Jahren
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dinals Richelieu bemerkt:Nun, wenn es einen Gott giebt,so wird er bald seine Strafe zu zahlen haben; aber in derThat, wenn es keinen Gott giebt, so war er ein Ehren-mann."*) Da sie das als etwas eben Gemeldetes nieder-schreibt, muß es ihr und ihrem Kreis nicht unwahrscheinlichgeklungen haben, und dem eleganten, für seine Zeit modernzu nennenden Florentiner sieht es auch nicht unähnlich.Wenn das in den Zeiten Ludwigs des Dreizehnten so bei-läufig einem Papst nachgesagt werden konnte, so mag mandanach berechnen, welche Nahrung diesen Zweifeln seit zwei-hundertfünfzig Jahren zugeführt worden sein muß.

Die Lehre von der Hölle ist übrigens bekanntlich nichtsweniger als eine spezifisch christliche oder jüdische und dog-matisch vielen Deutungen auch im Christentum unterworfen.Unser deutsches Wort ist sogar unmittelbar der eigenennordischen Mythologie entnommen. Die böse Hellia ist eineTochter des Loki . Die alten Religionen, insonderheit dieägyptische, beschäftigen sich noch ausgiebiger als die neuerenmit der Unterwelt, wenigstens soweit sie als Wohnstätte derAbgeschiedenen überhaupt und nicht ausschließlich als derOrt der Strafen und Qualen betrachtet wird. Diese Unter-scheidung geht auch durch die Ansichten der Kirchen-väter, unter denen speziell Origenes mit dem Anhang derorientalischen Schule den Nachdruck auf den indifferentenZustand der bloßen Abgeschiedenheit legt. Der altgriechischeHades, welches Wort auch in das neue Testament für dieBezeichnung der Unterwelt übergegangen ist, bedeutet, wiedas hebräische Scheol, lediglich den Aufenthalt der Ver-storbenen. Sogar Abrahams Schoß, der xo^Troc '^/S?««^,wird in diese Unterwelt verlegt, wie der Aufenthalt der

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