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ihm sage, daß ich seit sünf Tagen den Krieg als gewißansehe nnd ihn bereits als eingetreten betrachte, antworteter mir: „Das ist mir sehr interessant." Nächsten Morgengehe ich direkt nach Mainz . Der Gouverneur Prinz vonHolstein läßt mich zu sich bitteil. Er sagt mir, Preußen sei fertig und ganz gerüstet und gauz ruhig. Ich schreibeeinen Artikel für die „MainzerZeitung", datiert vom 19. Juliund überschrieben: „Deutschland nnd Frankreich " mit demSchluß: „Ich habe Grund, zu glauben, daß trotz allenfranzösischen Kriegseifers und Kriegstalents schon so mancheman der Seine klar zu werden anfängt, daß man uns end-lich über die Verlegenheit hinausgeholfen: wie Deutschland fertig zu machen? Die Lokomotive am Main hat Kohlennnd Wasser gefaßt; Napoleon hat gepfiffen, wir fahren zu.und glückliche Reise, Kronprinz von Preußen!"
Ich übergehe die Ereignisse von da bis zur Ankunftdes Hauptquartiers in Mainz , insbesondere die interessanteEpisode einer patriotischen Volksversammlung, die wir inDarmstadt veranstalten wollten, und die vom MinisteriumDalwigk verboten wurde aus dem Grunde, daß bei einerdemnächst zu befürchtenden Besetzung durch die Franzosendafür schwere Rache genommen werden könnte. Am 2. August,morgens 51/2 Uhr, kommt der König mit dem Haupt-quartier in Mainz an. Um begab ich mich zu Herrnvou Keudell und berichtete ihm zunächst über die erwähnteDarmstädter Angelegenheit und ähnliche Vorgänge daselbst.Kendell erzählte mir, daß man auf preußischer Seite aufein viel rascheres Vorgehen der Franzosen geschlossen hatte.Des Nachmittags war ich bei Kupferberg, in desfen HauseGraf Bismarck Quartier genommen hatte, mit diesem,Abeken und Keudell zu Tisch. Vismarcks Bagage warzurückgeblieben; er mußte sich ein Hemd kaufen, war äußerstguter Laune, sagte, daß ihm Wein nnd Früchte vom Arzt