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1 (1898) Studien und Meditationen aus 35 Jahren
Entstehung
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reichs Geschick, daß es den unersetzlichen Besitz seiner ange-stammten Monarchie eingebüßt habe.

Ich stelle mir heute nicht die Aufgabe, über den In-halt dieser drei stattlichen Bände näher zn berichten. Deninteressantesten Beitrag zur Physiognomie der Tagesgeschichteliefert die vom Verfasser zum ersten Bande und bereits imJahre 1890 geschriebene Vorrede. Eine kleine Blnmenleseaus dieser möge ein Bild zusammenstellen, zu welchem einKommentar nicht erforderlich ist. Gleich der erste Satzspringt mit gleichen Füßen in den zu beweisenden Satzhinein:

Während der ganzen Dauer seiner Regierung ver-folgte Napoleon nur den einzigen Zweck: durch einen ernstenFrieden mit England die Festigkeit seiner Schöpfung, dieGröße Frankreichs und die Ruhe der Welt sicher zu stellen.Um diesen Zweck zu erreichen, war das hauptsächlich vonihm angewandte Mittel in der entscheidenden Epoche seinerLaufbahn, eine Allianz mit Alexander I., Kaiser von Ruß-land. Wenn der zu Tilsit gemachte Versuch einer Ver-einbarung sich kousolidirt und weiter entwickelt Hütte, sowäre England wahrscheinlich überwältigt worden, Frank-reich und Europa hätten definitiv eine neue Gestalt an-genommen. Der Bruch mit Rußland hauchte der im Ver-enden begriffenen Koalition neues Leben ein, riß Napoleon zu tödlichen Unternehmungen fort und brachte das Ver-derben über ihn."

Wie das alles gekommen zwischen Tilsit und Moskau ,will der Verfasser erzählen. Er greift zurück auf die früherenPerioden, zeigt, wie Frankreich durch seine Handelspolitikin der Levante zu Rußland in Gegensatz kommen mußte,obgleich sonst bei ihrer weiten räumlichen Trennung zuReibungen kein Anlaß gegeben war. Dann ward Katharinadie Feindin der Revolution. Zum erstenmale tauchte eine