los lieben, in der Blume, in dem Sternenhimmel, im Größtenwie im Kleinsten — vor allem im Mitmenschen. So ist dieirdische Liebe die Wegweiserin zur himmlischenLiebe: Beatrice, die Jugendgeliebte, leitet den Dichter zumParadies (Dante ) und Gretchen verkündet die Liebe von obendem Ruhelosen, der immer strebend sich bemüht hat (Goethe).
Aber kein Irrtum! Wie können wir Ordnung und Frieden umuns verbreiten, wenn wir nicht selbst geordnet und befriedetsind? aufbauen, ohne selbst erbaut zu sein? Wie können wir diePflichten gegen den Nächsten erfüllen, wenn wir nicht zuvordie Pflichten gegen uns selbst erfüllt haben, wenn nötig,unter harter Bejahung unserer eigenen Belange, wo das Heilunserer Seele und unseres Körpers in Frage steht? Nach einemberühmten Jesuwort ist Selbstliebe gleichwertig der Nächsten-liebe, aber über beiden steht die Gottesliebe. Wer einen Men-schen mehr liebt als Gott, verfällt der Kreaturvergötterung, diebei Verlust des Geliebten uns den Launen des Sckicksals aus-liefert.
Also keine Schwäche, keine falsche Rücksicht, sondern Stärke,Selbstbehauptung und Selbstbeschränkung! Nur ein Schelmgibt mehr, als er hat, und Gott verlangt von mir nicht mehr,als ich kann!
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Hilfspraxis: Nur wenn wir uns selbst in den göttlichenWillen versenken und mit göttlichen Kräften erfüllen, können wirhoffen, dem Mitmenschen, der auf unsere Gedankenwellen ab-gestimmt ist, Kräfte der Hilfe und des Heiles zuzusenden:Telepathie am selben Tische oder über Berge und Meere! Wirbedienen uns dazu selbstgewählter Leitsätze, etwa nach derArt der folgenden:
„Ich werde dem Nächsten ein Helfer und Heiler als un-würdiger Vermittler der göttlichen Gnade, nachdem ich selbst— Irrtum, Sünde, Krankheit durchschreitend — Hilfe, Heilund Gnade erfahren habe."
Männern im Berufsleben: „Ich sende diesen Freunden (Na-
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